Verbraucherschützer, Politiker und selbst die Bundesbank haben die Kreditinstitute immer wieder dazu aufgefordert, den Spareckzins endlich anzuheben. Aber umsonst. Jetzt hat Hilmar Kopper, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, brisante Post vom Bundeskartellamt erhalten. Aus gutem Grund wollten die Wettbewerbshüter vom Chef des größten deutschen Kreditinstitutes wissen, wie er es denn mit den Grundregeln der Marktwirtschaft hält. Anlaß sind Koppers Ansichten über Sparzinsen: Auf der Hauptversammlung hatte Kopper damit geprahlt, daß die Deutsche Bank ihre Zinsen für Sparbücher mit gesetzlicher Kündigungsfrist eigentlich von heute auf morgen anheben könnte. Aber sie denke nicht daran, solange die Sparkassen ihre Kunden ebenfalls mit Hungerzinsen abspeisen.

Vielen Sparern muß diese lapidare Äußerung als Frechheit erscheinen. Von den 757 Milliarden Mark, die die Deutschen derzeit auf dem Sparbuch haben, werden 516 Milliarden Mark mit mageren 2,5 bis maximal 3,75 Prozent (in der Ex-DDR) verzinst. Bei einer Inflationsrate von 4,5 Prozent bedeuten diese mageren Sätze eine reale Wertvernichtung.

Funktionierte der Wettbewerb in der Finanzbranche so, wie man sich das beim Bundeskartellamt vorstellt, würde die Deutsche Bank ihren Wettbewerbsvorteil ausspielen und die Spareckzinsen anheben. Die anderen Geldhäuser müßten folgen – zum Wohl der Sparer. Doch mehr als ihre Kunden und ein funktionierender Wettbewerb liegen der Deutschen Bank ihre Aktionäre am Herzen. Jeder Prozentpunkt mehr Sparzins würde eine dreistellige Millionensumme kosten und spürbar auf die Gewinnmarge drücken. Wettbewerbsrechtlich gesehen mag das zwar unanständig sein, aber der Logik der Marktwirtschaft entspricht es dennoch. per