Das Fahrrad ist ein zweirädriges, einspuriges Fahrzeug, das mit Muskelkraft durch Tretkurbeln angetrieben wird; geschaffen von Gott, um die Luft rein, die Macht der Ölindustrie in Grenzen sowie Massen unschuldiger Fußgeher auf Trab zu halten, mit einem Wort: eine famose Maschine.

Leider bricht es unter dieser Überfülle der Aufgaben, sooft es nur kann, zusammen.

Es würde zu nichts führen, hier auf einzelne Fälle näher einzugehen. Wer hätte nicht Verständnis dafür, daß das komplexe Spiel der Planetenräder in einer modernen Nabenschaltung eines Tages zu Ende gehen muß, und wer begrüßte es nicht, daß Zeiten des Funktionierens und Nichtfunktionierens durch ein ohrenbetäubendes Knirschen zweifelsfrei voneinander geschieden sind?

Eine alte Regel besagt, daß die Statistik unter 1000 Fahrradbesitzern wenigstens 934 mit ausschließlich linken Händen findet, 61 weitere einen Gips tragen oder nicht einzuordnen sind und nur der Rest gröbere Reparaturen ansatzweise selbst auszuführen vermag.

Also muß eine Fachkraft her. Sie wird, für gutes Geld, das Problem rasch beheben.

Der nächste Fahrradladen liegt um die Ecke. Davor hocken mehrere Menschen in der prallen Sonne und stochern mit offensichtlich geliehenem Werkzeug in ihren Fahrzeugen herum. Mein Gott – wissen sie denn nicht, daß das Fahrrad, früher der Lumpenproletarier unter den Verkehrsmitteln, heute allgemein ernst genommen wird? Die achtziger Jahre brachten das Mountainbike, und dieses Yuppiegefährt wandelte gründlich das Verhältnis der Gesellschaft zum Rad. Heute ist professionelle Behandlung von Schäden möglich und wird auch empfohlen. Warum selber machen, was ein anderer besser kann?

Der Fahrradhändler sagt, der nächste Termin in der Werkstatt sei in dreieinhalb Wochen frei.