Schon vor der Vereinigung sorgte sich Helmut Kohl um das Bild der Deutschen im Ausland. Das bekam damals Klaus von Bismarck zu spüren, lange Jahre Präsident des Goethe-Instituts. Er schrieb darüber in seinen Lebenserinnerungen („Aufbruch aus Pommern“).

Nach der Vereinigung geht es erst recht um das Deutschlandbild. Von diesen Bemühungen berichtete jetzt der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Horst Harnischfeger, in Bonn.

Nirgends auf der Welt werde derzeit so intensiv Deutsch gelernt wie in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Das Goethe-Institut überdenke deshalb seine Strukturen. Seit der Wende sind Vertretungen in Moskau, Warschau, Krakau, Riga, Prag und Preßburg eingerichtet worden; im nächsten Jahr steht die Gründung vier neuer Einrichtungen in Kiew, Minsk, Sankt Petersburg und Alma Ata an.

30 der insgesamt 130 Bibliotheken- und Informationszentren droht im Gegenzug die Schließung. An welchen Orten, darüber wollte sich Horst Harnischfeger lieber noch nicht äußern.

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Eindrücke über das neue Bild der Deutschen im Ausland vermittelten die Regionalbeauftragten des Goethe-Instituts. Positiv zum Beispiel sei die Bilanz im fernen Australien, wo die Medien seit dem Herbst 1989 anhaltendes Interesse zeigen.

In Südostasien hingegen ist Deutschland längst wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Und in Großbritannien, wo nach Umfragen in der Boulevardpresse mehr als die Hälfte der Erwachsenen schlechte Assoziationen haben, tauchen die alten Ängste wieder auf.