Ein Kind! Ein totes zwar, doch immerhin ... Freudig wurde Diestels Ausgeburt vermeldet, nachdem der große Entertainer der Brandenburger CDU schiere zwei Wochen im Urlaub weilte und nichts zu berichten war als die gequälte Wahl seines blassen Nachfolgers.

Es wird keine „Ostdeutsche Partei“ geben. Peter-Michael Diestel hat mit einer Idee gespielt, nicht mit barer Münze. Da aber nach Kant hundert gedachte Taler klingen wie hundert echte, war das Echo höchst real. Das schlechte Gewissen des Westens machte sich Luft im Nachweis von Irrsinn und Aberwitz einer neuen Partei, die keinem helfe als Chaoten und Einheitsgegnern. Hatte Unhold Diestel nicht gar PDS-Chef Gysi „einen guten Freund“ geheißen? Bloß nützt dem eine ODP gar nichts.

Selbst wenn Protest eine Partei ergäbe, hieße der Mann, unter dessen Führung Ostdeutschland zum Großen Marsch rüsten möchte, nicht unbedingt Diestel. Der weiß, daß Revolten ihre Kinder fressen. Bevor er mit seiner Freundin Bärbel Bohley am Veteranen-Tischchen Kaffee trinkt, bleibt er lieber in der CDU. Er schlachtet nicht die heilige Kuh. Er läßt sie leben und ärgert sie nach Kräften. C.D.