Wir hängen schlaff in den Sesseln und gestehen uns ein, daß wir urlaubsreif sind bis zur Kragenkrause. Wir müssen unbedingt in die Ferien. Fragt sich nur, wohin. Wo andere Leute auch hinfahren, meint er. Ida und Klaus beispielsweise, jedes Jahr nach Gomera.

"Macht das bloß nicht", sagen die beiden. "Die haben dort das Ufer zubetoniert und einen Flughafen gebaut. Es wimmelt nur so von Touristen, und was für ein Volk!"

Dann vielleicht nach Formentera, wie Rüdiger und Irmgard? Sagten die aber nicht, die Hitze habe sie fix und fertig gemacht, nicht mal nachts ein kühles Lüftchen? Wie war das mit Berni und Bette – in dem schönen Haus auf Mallorca? Nur daß es kein Wasser gab. Auf ihren verrosteten Fahrrädern mußten sie es – sin gas – flaschenweise aus einem Lädchen im Nachbarort holen. Eine Stunde hin, eine Stunde zurück.

Hatte es Christa nicht in der Toskana so gut gefallen? Von wegen: Sonnenallergie, drei Wochen lang. Jutta war doch auch dort? Skorpione, gebe ich zu bedenken, überall Skorpione. Sie sind ihr sogar in die Kleider gegangen.

Aber Herbert und sein geliebtes Kreta! Schon richtig. Letztes Jahr hatte er allerdings Pech, immer nur Regen. Die ganze Zeit hing er in den Cafeneions herum und hat dabei zehn Pfund zugenommen.

Wie wäre es mit Amerika, wendet er ein, vielleicht im Camper? Da fällt mir sofort die Kalifornientour von 84 ein, mit Ulli und Klaus. Gleich am ersten Tag kriegten sie einen Riesenkrach, und so ging’s weiter.

Wir müssen ja auch nicht so weit weg, überlegt er laut. Mir würde schon das Allgäu genügen. Mit meiner Schulklasse war ich einmal dort, unvergeßlich – der Bremsen wegen. Nur die Frau auf Antigua letztes Jahr, die war von den Moskitos noch schlimmer zerstochen. Und ihr Mann klagte, wenn er nur auf einen Meter an sie herankomme, schreie sie gleich: "Faß mich nicht an." Die beiden waren auf Hochzeitsreise.