DIE ZEIT

Nach Sarajevo?

Sarajevo brennt. Die Republik Bosnien-Herzegowina, jüngst erst in die Uno aufgenommen, fleht die internationale Gemeinschaft um militärischen Beistand an.

Diestels Stich

Ein Kind! Ein totes zwar, doch immerhin ... Freudig wurde Diestels Ausgeburt vermeldet, nachdem der große Entertainer der Brandenburger CDU schiere zwei Wochen im Urlaub weilte und nichts zu berichten war als die gequälte Wahl seines blassen Nachfolgers.

Zeitspiegel

Generationen von Philosophen und Sozialwissenschaftlern haben sich an einer exakten Definition des Politischen versucht. Max Weber sprach einmal vom „langsamen Bohren dicker Bretter“, und kritische Geister beklagen hin und wieder das „Schneckentempo“ der Reformpolitik.

Worte der Woche

„Wenn die Ehre und Würde der russischen Bevölkerung in irgendeiner Region der GUS beeinträchtigt wird, nicht nur in Tschetschenja, werden von mir die entschiedensten Maßnahmen bis hin zum Einsatz von Truppen getroffen werden, um eine Diskriminierung, Übergriffe und rowdyhaftes Verhalten gegenüber Russen zu verhindern.

Wir müssen das Tabu diskutieren

Unter den Stichwörtern "Abtreibung" und "Euthanasie" stehen wir heute vor einer Reihe unumgänglicher und in ihrer ethischen Beurteilung beirrender Probleme, die teils neu, teils alt sind (neu, wegen neuartiger, durch den medizinischen Fortschritt entstandener Realitäten), die sachlich diskutiert werden müssen, das heißt in einer Form, in der allen gegensätzlichen Gesichtspunkten ihr volles Gewicht zugestanden wird.

Eine ZEIT-Kontroverse : Die Euthanasiedebatte

Wer ein Tabu bricht, hat zunächst einen argumentativen Vorsprung. Nicht nur Borniertheit, Dumpfheit und Unmündigkeit leben ja vom passiven, schweigenden, unreflektierten Einverständnis, auch die Fundamente der Humanität bedürfen der Verankerung in der Tiefe des Selbstverständlichen und der Fähigkeit zur schlichten Empörung, wo sie in Frage gestellt werden.

Bonner Bühne: Die alten Ängste

Schon vor der Vereinigung sorgte sich Helmut Kohl um das Bild der Deutschen im Ausland. Das bekam damals Klaus von Bismarck zu spüren, lange Jahre Präsident des Goethe-Instituts.

BUCH IM GESPRÄCH: Lektüre für Rio

Wer oder was ist ein Alarmist? Das ist einer, der neue Feindbilder sucht und ausmalt. Der Kommunismus ist tot. Wo stehen jetzt die Bösen? Richtig: im Süden.

Wenig Kontinuität und Substanz

„Tugenden wie Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalten waren im Osten stärker ausgeprägt. Unter dem politischen Druck sind Eigenschaften und menschliche Qualitäten entstanden, die wir im Westen schon lange verloren hatten.

Vergessener Wohlstand

Draußen stehen die Kandidaten Schlange. drinnen macht sich Unzufriedenheit breit. Die Aspiranten verbinden mit der Europäischen Gemeinschaft Wachstumschancen, Integrationsvorteile, Stabilität, die Mitglieder schimpfen über Butterberge, Bürokratie und Bürgerferne.

Vereinigte Staaten: Kurzsichtig

Seine Volkswirtschaft bereitet dem amerikanischen Präsidenten George Bush im Wahljahr noch immer keine Freude. Zwar wächst sie zur Zeit wieder, aber eine einzige Zahl dämpfte jetzt den vom Weißen Haus geschürten Konjunkturoptimismus gewaltig: Die Arbeitslosenquote hat den höchsten Stand seit acht Jahren erklommen.

Bonner Kulisse

Hoffnungen auf eine kräftige Entlastung des Bundeshaushalts hat der voraussichtliche Verzicht auf die Anschaffung des Jäger 90 geweckt.

Steuerpolitik: Vorsichtig

Wer einmal als Finanzminister trickst, dem glaubt der Steuerzahler nimmermehr. Die Flut von Einsprüchen der Bürger gegen Steuerbescheide wegen verfassungswidriger Steuervorschriften hat Theo Waigel selbst verschuldet.

Geschlossene Gesellschaft

Sechs Millionen Mark könnte die BASF jährlich sparen, wenn sie auf der linken Seite des Oberrheins die gleichen Strompreise zahlen müßte wie auf der rechten.

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