Seine Volkswirtschaft bereitet dem amerikanischen Präsidenten George Bush im Wahljahr noch immer keine Freude. Zwar wächst sie zur Zeit wieder, aber eine einzige Zahl dämpfte jetzt den vom Weißen Haus geschürten Konjunkturoptimismus gewaltig: Die Arbeitslosenquote hat den höchsten Stand seit acht Jahren erklommen. Börsianer und Geldhändler reagierten umgehend auf die vermeintliche Katastrophenmeldung: Dollar und Aktienkurse fielen, die Preise für Obligationen stiegen.

Im Grunde ist gar nichts passiert. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm zu, nur geringer als erwartet. Mehr Amerikaner meldeten sich jedoch arbeitslos, deshalb stieg die Quote. Noch immer reagieren die Marktteilnehmer wie von der Tarantel gestochen auf jedes neue Wirtschaftsdatum. So kann die Regierung kurzfristig übertriebenen Optimismus verbreiten, aber die Gegenreaktion aus nichtigem Anlaß kommt schnell. Das Auf und Ab schadet dem kontinuierlichen Aufschwung, den Amerika dringend benötigt. Die Unsicherheit bremst Investoren und füllt lediglich die Säckel der Spekulanten. Immer noch machen die führenden Politiker das Spiel mit und vergrößern so die Aufregung an den Finanzmärkten, anstatt das angeknackste Fundament der Volkswirtschaft zu festigen.

Grund genug dazu hätten sie: Immer mehr Langzeitarbeitslose gehen auf den Ämtern stempeln. Vor allem Schwarze finden kaum noch Arbeit. Das bescheidene Wachstum in den ersten Monaten dieses Jahres steht auf tönernen Füßen. Denn es wird mit einem Rekorddefizit von 400 Milliarden Dollar aus dem Staatshaushalt finanziert. An diese wirklich erschreckenden Daten aber scheint man sich gewöhnt zu haben. he