Frohe Kunde erreichte die Volkswerft in Stralsund am vergangenen Freitag aus Papenburg in Niedersachsen. Der dort beheimatete Unternehmer Bernard Meyer verzichtet auf den umstrittenen Werftenneubau in Mukran auf Rügen. Damit sind die Stralsunder ihren ärgsten Konkurrenten um die noch freien EG-Produktionskontingente für den ostdeutschen Schiffbau los. Der Hintergrund: Brüssel will den Ost-Werften nur dann hohe Zuschüsse bewilligen, wenn sie im Gegenzug ihre jährliche Neubautonnage um 40 Prozent reduzieren. Und nach diesem Konzept wäre nur für einen der beiden Betriebe Platz in Mecklenburg-Vorpommern gewesen. Allerdings haben sich die dunklen Wolken über dem Strelasund noch nicht ganz verzogen. Der Industrie-Ministerrat hat die Pläne der EG-Kommission nämlich bisher nicht beschlossen. Die Entscheidung wurde sogar auf unbestimmte Zeit verschoben. Angeblich fordert Frankreich von den Ost-Werften nunmehr einen Kapazitätsabbau um 57 Prozent. Käme der offenbar auch von Italien unterstützte Antrag durch, bliebe für das Sorgenkind der Deutschen Maschinen- und Schiffbau GmbH (DMS) in Rostock wieder nicht genug Neubautonnage übrig. Die Volkswerft stünde trotz einiger Kaufinteressenten – darunter zwei norwegische Unternehmen, die Kieler Lindenau-Werft und das eigene Management – vor dem Aus. neu