Urlauber, die auf dem Landweg nach Griechenland reisen, müssen derzeit Umwege in Kauf nehmen. Wegen der Kämpfe im ehemaligen Jugoslawien sind die direkten Zugverbindungen durch das Land vorerst unterbrochen.

Die Bahnstrecke von Deutschland über Salzburg, Ljublana, Zagreb und Belgrad ist bis auf weiteres für Durchgangszüge gesperrt. Die Vertreter der Bahnen Kroatiens, Jugoslawiens und Sloweniens, die sich anläßlich einer internationalen Fahrplankonferenz Ende Mai in Italien zum Eisenbahnverkehr in ihren Ländern äußerten, gehen davon aus, daß die Unterbrechung vor allem auf der Magistrale zwischen Zagreb und Belgrad noch ein bis zwei Jahre andauern wird.

Wer nach Belgrad und weiter nach Griechenland reisen will, muß den Umweg über Ungarn in Kauf nehmen. Derzeit werden zwei Züge – der Attika, er verkehrt zwischen München und Athen, und der Skopje-Istanbul-Express, von München nach Istanbul mit Kurswagen nach Belgrad und Skopje – nördlich der Krisenregion über Wien und dann durch Ungarn umgeleitet.

Täglich bis zum 28. September verbindet der Attika als Schlaf- und Liegewagenzug München mit Griechenland. Er fährt über die griechische Grenzstadt Gevgelia. Obwohl in Belgrad, Nis, Skopje technische Stops vorgesehen sind, ist ein Aus- oder Zusteigen nicht möglich. An zwei Wochentagen fährt auch ein Autotransportwagen von München mit Ziel Thessaloniki (Nordgriechenland) und Athen mit. Für die Huckepack-Beförderung werden bei Hin- und Rückfahrt inklusive Liegewagen mindestens 1690 Mark berechnet. Der Personenpreis im Liegewagen zweiter Klasse von München nach Athen und zurück beträgt 667,60 Mark. Bei Schlafwagenbenutzung im Dreibettabteil sind pro Strecke 52 Mark Aufschlag zu zahlen.

Über die Umleitungsstrecke Ungarn, Jugoslawien und Bulgarien gelangen Passagiere des Skopje-Istanbul-Express, D 293, während des Sommers in rund 39 Stunden nach Istanbul. Der Fahrplan für den Winterabschnitt, ab 29. September, wird, wie die Bundesbahn mitteilt, „entsprechend den politischen Gegebenheiten zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt“.

Wer mit dem Auto nach Griechenland oder in die Türkei fahren will, kann auf Autofähren von den italienischen Häfen Venedig, Ancona, Bari und Brindisi ausweichen. Täglich mehrmals starten die Schiffe der italienischen, griechischen und türkischen Reedereien ins östliche Mittelmeer. Die kürzeste Strecke zwischen Brindisi am Stiefelabsatz in Süditalien und dem nordgriechischen Igoumenítsa dauert elf Stunden, kostet pro Pkw und Strecke 120 Mark und pro Person je nach Kabinenklasse von 141 Mark (Deckspassage) bis 545 Mark. Reservierung (in allen größeren Reisebüros) wird dringend empfohlen.

Sophia Horn