„Tugenden wie Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalten waren im Osten stärker ausgeprägt. Unter dem politischen Druck sind Eigenschaften und menschliche Qualitäten entstanden, die wir im Westen schon lange verloren hatten. Sich freuen können über die kleinen Dinge des Alltags zum Beispiel. Ich kenne Menschen, die sagen, wozu muß ich dies oder jenes haben. Warum wird mir was eingeredet, was ich gar nicht brauche. Ich halte das für eine echte Tugend. Es wäre doch ein Gewinn, wenn wir das auch wieder praktizieren würden. Aber das paßt natürlich nicht in ein auf ständigen Zuwachs zugeschnittenes Wirtschaftssystem.“

Hildegard Hamm-Brücher in einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“

„Durch Olympische Spiele läßt sich das Hauptstädtische wohl am wenigsten herbeizwingen, eher durch Konfrontation im Geistig-Kulturellen. Wie wenig Kontinuität, ja Substanz von früher noch vorhanden ist, haben die Begleitumstände der Rückkehr von Marlene Dietrich gezeigt. Berlin mag großartige Orchester, Schauspieler, Musiktheater und eine dichte Stadtteilkultur aufweisen – etwas intellektuell Mitreißendes hat es noch nicht wieder.“

Günter Metken

Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin

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„Politiker lügen gewöhnlich nicht. Aber wenn sie einmal lügen, dann dient das der Wahrheitsfindung.“ Jörg Schwäblein

CDU-Fraktionsvorsitzender in Thüringen