Da gibt es doch diesen Hubschrauberwitz", sagte Gero, als er mich letztens im Unfallmuseum besuchte. "Wie viele Leute müssen mindestens in einem Hubschrauber fliegen?"

"Einer", riet ich. Das mußte falsch sein, weil es richtig war.

"Zwei", erwiderte Gero. "Einer hupt, einer schraubt."

Wir haben uns fast ausgeschüttet vor Lachen. Ich wollte gleich eine neue Abteilung eröffnen: "Technik der Komik / Komik der Technik – Zur spiegelbildlichen Ästhetik semantischer Kollisionen" (oder so ähnlich).

Gero ist übrigens Technikredakteur bei einer Wochenzeitung. Regelmäßig schaut er ins Museum, um an den Ausstellungsobjekten herumzumeckern. "Kabelrisse! Explodierende Fernsehapparate! Gefährliche Chemikalien! Umfallende Gabelstapler! Geplatzte Wasserrohre! Steckengebliebene Fahrstühle! Hast du nicht mal was Richtiges da, was Großes?"

"Etwa Tschernobyl?" frage ich zurück. Das verdirbt ihm den Spaß, aber es überzeugt ihn nicht. Ein leidenschaftlicher Technikredakteur sehnt sich nach einem gigantischen Versagen, am besten noch mit einer Kettenreaktion, wie (das ist sein Lieblingsbeispiel) "die brennende Kaffeemaschine in der Kombüse, die den ganzen Tanker zum Sinken bringt".

Neulich schleppte Gero ein Buch über Zeppeline an: "Eine Technik, die sich wegen ihrer Unfälle selbst abgeschafft hat." Lustlos betrachtete ich die Bilder vom Ende der Hindenburg im Inferno von Lakehurst. "Wie wär’s denn", schlug ich ihm vor, "mit Hubschraubern?" Da fiel ihm der Witz ein.