Gleich einer Schwalbe, die noch keinen Sommer macht, kommt ein Trost für alle von neuem Nationalismus geplagten Europäer aus Rom und Wien: Der Streit um und in Südtirol ist beigelegt. Zweimal 23 Jahre lang hat es gedauert – zuerst, bis das Autonomieversprechen, das die Italiener der deutschsprachigen Minderheit 1946 gegeben hatten, in ein „Paket“ konkreter Maßnahmen verschnürt wurde, dann, bis diese endlich durchgeführt waren. Nicht nur die national-bornierte Bürokratie des römischen Staatszentralismus stand im Wege, auch Tiroler dickköpfige Bauernschläue, die sich die Hintertür zur „Heimkehr ins österreichische Vaterland“ offenhalten wollte.

„Dynamisch“ nennt Südtirols Altvater Magnago auch jetzt noch die Autonomie. Sein Nachfolger Riz meint, größere Gefahr als aus Rom drohe Südtirol künftig aus – Brüssel. Und der Wiener Außenminister Mock spricht weiter von der „Unrechtsgrenze“ am Brenner, während er das Ende des Streits als europäische Tat Österreichs und Italiens preist. Auch Rom räuspert sich mehrdeutig.

Friede also mit Finten? Die Schlaumeier könnten einmal die Dummen sein ... Hj. Ste.