Britta, siebzehn, geht in die elfte Klasse einer Berliner Schule. Viele junge Leute kennen sie: Britta moderiert das Schülermagazin Baff im Mitteldeutschen und im Ostdeutschen Rundfunk. Schon als Zehnjährige hat sie Programme für das Kinderfernsehen der DDR angesagt.

Im September kommt „Baff“ in die ARD – du hast Karriere gemacht.

Ach, Karriere – ich finde es toll, weil man so viele Leute kennenlernt, so viele Lebenskonzepte, und ich genieße das Reisen; wir haben gerade in England gedreht.

Verdankst du deinen Erfolg nicht eigentlich der DDR?

Nein, Anni Sauer.

Wer ist Anni Sauer?

Sie war die Leiterin unseres Kinder- und Jugend-Ensembles, eine ganz wundervolle Frau. Sie war unter Stalin achtzehn Jahre in Sibirien, Kommunistin, außerordentlich gesellschaftskritisch, lieb und sehr streng. Ich bin mit drei Jahren in dieses Ensemble des „Hauses des Jungen Talente“ gekommen. Wir haben gesungen, getanzt, Instrumente gespielt, Gedichte, aufgesagt, aus der ganzen Welt, in über zwanzig Sprachen. Es war wunderschön. Um die einzustudieren, sind immer Leute aus diesen Ländern zu uns gekommen. Die haben uns dann über ihr Leben erzählt, sie haben Photos mitgebracht, Musikinstrumente, Kinderspielzeug.