DIE ZEIT

Ehrlich

Auf dem kleinen Parteitag der CDU in Bonn hatte der Bundeskanzler am Montag einen bemerkenswerten Auftritt: keine federnde Hoppla-jetzt-komm-ich-Attitüde, keine aufgesetzte Selbstgewißheit.

Zweifel

An den Morden, die ein Gaskammer-Maschinist im Vernichtungslager Treblinka begangen hat, besteht kein Zweifel. Amerika hat den vermeintlichen Täter an Israel ausgeliefert; ein israelisches Gericht hat ihn vor Jahren zum Tode verurteilt.

Beigelegt

Gleich einer Schwalbe, die noch keinen Sommer macht, kommt ein Trost für alle von neuem Nationalismus geplagten Europäer aus Rom und Wien: Der Streit um und in Südtirol ist beigelegt.

Worte der Woche

„Die gegen mich erhobenen Beschuldigungen und Verleumdungen, ich hätte einen Rechtsbruch begangen und mir hinterlistig und in rechtswidriger Weise überhöhte Bezüge verschafft, sind in sich zusammengefallen.

Zeitspiegel

Sie ist nicht aus einem Guß, diese GUS-Auswahl. Männer von sechs Nationen vereint die Fußballelf bei der Europameisterschaft in Schweden.

Ben Witter: Angetippt

Wer in gehobener Stellung gezwungen ist, gezielt zu denken, und dabei gelegentlich fürchtet, zu bedenkende Probleme nicht in gewünschter Weise zu Ende denken zu können, fertigt sich selbst und seine gespannten Zuhörer zuweilen nachdenklich damit ab, das Problem doch erst einmal „andenken“ zu müssen.

Bush scheut einen Truppeneinsatz auf dem Balkan: Sterben für Sarajevo?

Der republikanische Senator Lugar drängt Präsident Bush zum Handeln: "Es ist Zeit, die Grenze zu ziehen." Lugar steht nicht allein mit der Überzeugung, daß den serbischen Freischärlern in den Bergen um Sarajevo und ihrem doppelzüngigen Hintermann Slobodan Milošević jetzt die Faust unter die Nase gehalten werden müsse, um dem Mord und der Zerstörung in Bosnien-Herzegowina ein Ende zu bereiten.

Partner ohne Parität

Der letzte Gipfel der Supermächte in Washington vor genau zwei Jahren stand ganz im Schatten des Duells zwischen dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und dem damals gerade gewählten russischen Parlamentspräsidenten Boris Jelzin.

Bonner Bühne: Spätes Erwachen

Fragen an Oskar Lafontaine bleiben natürlich. Aber noch interessanter werden allmählich einige Rückfragen an andere. Zum Beispiel an Professor Ulrich Battis.

Lebenslänglich Bundesbürger

Gerhard Schürer war noch vor drei Jahren Mitglied des Politbüros der SED. Wenn er heute auf seinen Balkon hinaustritt, hat er die Niederlage vor Augen: Tief unten, vor seinen Füßen, liegen letzte Trümmer des antifaschistischen Schutzwalls; rechts flanieren die Touristen durchs Brandenburger Tor.

Goethe oder Müller

„...Das Goethe-Institut als größte deutsche Mittlerorganisation mit weltweiten Kontakten und 155 Kulturinstituten in 73 Ländern kann zentrale Aufgaben in vollem Umfang nur an einem Standort wahrnehmen, der infrastrukturell und verkehrstechnisch dafür geeignet ist.

Gregor Gysi auf der Suche nach dem dritten Weg: Mein Land war die DDR

In einer am 21. Juni 1991 in Berlin gehaltenen Parteitagsrede zieht der am 10. Dezember 1989 zum Parteivorsitzenden der SED/PDS gewählte Rechtsanwalt Gregor Gysi Bilanz dreier gescheiterter Versuche: "Im Dezember 1989 wollten wir für demokratischen Sozialismus in der DDR kämpfen.

Bonner Kulisse

Werden Zinseinkünfte von Anfang nächsten Jahres an überhaupt nicht mehr besteuert? Das wäre die Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juni 1991, falls die gesetzte Frist für die Neuregelung, nämlich Ende 1992, nicht eingehalten wird.

Eine ZEIT-Serie (II): Die Ware Mensch

Gut gemeint hat er es ja, der Berti Vogts. Die Ankündigung des Bundestrainers, keinen Spieler mit zur Europameisterschaft nach Schweden zu nehmen, der noch in Verhandlungen über Vereinswechsel stecke, sollte Ruhe in die Vorbereitung bringen.

Das Eurotik-Konzept

„Denn nicht umsonst“, sagt Direktionsassistent Dr. Günter P., „führen wir Europa im Firmennamen.............................

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