Jede Woche sterben schwarze Menschen in Südafrika, in der vergangenen Woche waren es 120. Die Akteure sind stets drei Gruppen: der ANC Mandelas, die Inkatha Buthelezis und die Polizei Pretorias. Zum erstenmal hat jetzt auch Mandela de Klerk verdammt.

Wieso diese plötzliche Veränderung? Am Mittwoch voriger Woche wurden in Boipatong vierzig Schwarze grausam ermordet. Es hieß, gepanzerte Polizeifahrzeuge hätten die Inkatha-Mörder an den Tatort befördert. Als dann am Sonnabend de Klerk, um etwas noch nie Dagewesenes zu tun, zur Beileidsbezeugung nach Boipatong fuhr, faßte die aufgebrachte Menge diese als Provokation auf. Der Präsident wurde mit wüsten Beschimpfungen empfangen, sein Auto angegriffen, er mußte flüchten. Anschließend schoß die in Jahrzehnten brutalisierte Polizei in die Menge und tötete drei Schwarze.

Dies war das Alarmzeichen. Mandela will nun die Codesa-Verhandlungen abbrechen und droht mit Streiks und Boykottmaßnahmen. De Klerk ist zu weiteren Verhandlungen bereit, hat aber mit Verkündung des Ausnahmezustands gedroht. Noch ist nicht alles aus in Südafrika, aber es ist sehr, sehr viel schwieriger geworden. Dff