Eine Sensation! Zehn Jahre mußten die alten Weltmächte verhandeln, bevor sie sich 1991 im Start-Vertrag auf eine Höchstgrenze von zusammen 22 500 strategischen Atombomben einigen konnten. Gerade fünf Monate brauchten nun Rußland und Amerika, um diese Zahl auf ein Drittel zusammenzustreichen. Bis zum Jahre 2003 soll das Ziel erreicht sein – vielleicht auch früher, wenn die Bestände schneller verschrottet werden können.

Eine Sensation? „Wir haben“, rief Boris Jelzin Mitte voriger Woche in Washington aus, „die Zeiten hinter uns gelassen, als Amerika und Rußland einander durch Schießscharten hindurch anstarrten, jederzeit bereit, den Abzug zu betätigen.“ Die rasche Einigung war möglich, weil Atomwaffen nicht mehr so wichtig sind wie einst.

Was früher ein unglaublicher Durchbruch gewesen wäre, ist heute noch immer ein schöner Erfolg. Vor allem die Raketen mit Mehrfachsprengköpfen, die große Versuchung zum ersten Schlag, werden zum alten Eisen gelegt. Wenn die Welt noch vor einem Atomkrieg zittern müßte, sie könnte aufatmen. Nun, da sie nicht mehr zu zittern braucht, kann sie sich doch dankbar freuen.

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