Vor 25 Jahren wurde die Idee zum Personal Computer geboren.

Von Klemens Polatschek

Was ist ein Computerwissenschaftler – und wie hat er auszusehen? Ein ausgedehnter Denkerpullover aus Polyester wie der, den Alan Kay wohl in den Siebzigern das erste Mal übergestreift hat, dürfte erlaubt sein. Selbst der buschige Schnurrbart, der auch nicht mehr ganz Stand der Technik ist. Aber daß dieser Mensch bei Vorträgen seine ohnehin große Beredtheit unterfüttert, indem er tränenrührende Videos vorführt, geht definitiv zu weit für simple Wissenschaft.

Es ist nicht einfach zu verstehen, was Alan Kay eigentlich will. Er zählt 52 Jahre, lebt in Los Angeles, ist fellow – also bezahlter Vordenker – der US-Computerfirma Apple und darf als solcher allen forscherischen Gelüsten nachgeben, die ihm in den Sinn kommen.

"Mr. Kay wird als einer der führenden Computerwissenschaftler angesehen. Er ist eine Kultfigur unter Programmierern und Systemdesignern geworden", schrieb die New York Times im Jahre 1984. Bis heute erhält er, wann immer die Rede auf ihn kommt, das Attribut "Visionär" oder "Computer-Guru" angehängt.

Obwohl es einen einzelnen "Erfinder des Personal Computer" nicht gibt, ist Kay wohl der erste Anwärter auf diesen Titel – mag er selbst das auch halbherzig leugnen. 1967 dachte er sich das Konzept eines persönlichen Computers aus, der trotz höchster Leistung gerade so groß sein sollte wie ein Taschenbuch, überall verfügbar und "in der Lage, jederzeit alle Informationsbedürfnisse seines Besitzers zu befriedigen". Am Ende taufte er ihn "Dynabook" – "dynamisches Buch".

Ob die Fachwelt diese Idee für mehr ansah als für eine Hippie-Spinnerei, ist fraglich. Utopisch war damals schon die Vorstellung, ein Mensch könne einen Computer für sich allein besitzen.