DIE ZEIT

Kein Durchbruch beim Münchner Gipfel: Im Geleitzug

Vorfreude ist die schönste Freude, bei Gipfeltreffen sind die Erwartungen meistens der ganze Spaß. Die Spitzenbegegnungen der sieben mächtigsten Industrienationen bilden keine Ausnahme von dieser Regel.

Hingelangt

Wenn einer glaubt, er muß sich mit Bayern anlegen, muß er wissen, daß hartes Hinlangen bayerische Art ist." Nein, hier geht es nicht um die Blutgrätsche beim FC Bayern München.

Ein Anfang

Die Zinsen werden künftig fairer besteuert als in der Vergangenheit, in der nur die Ehrlichen und die Dummen ihre Einkünfte komplett dem Fiskus gemeldet haben.

Stillstand

Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will: In Frankreich setzten die Proletarier der Autogesellschaft, die Fernfahrer, diese Losung in die Tat um und stürzten ihr Land ins Verkehrschaos.

Zeitspiegel

Ross Perots unaufhaltsamer Aufstieg am amerikanischen Präsidentschaftshimmel stockt. Die Auguren in den Vereinigten Staaten rätseln warum.

Worte der Woche

"Wir bitten um Ihre Geduld für hundert Tage, die traditionelle Frist, die jeder Regierung eingeräumt wird, damit die Richtung ihres Handelns und ihre politische Wirksamkeit erkennbar werden.

Plisch und Plum Zwo

Kurz hintereinander reisten sie beide in der vergangenen Woche nach Washington, erst Klaus Kinkel, dann Volker Rühe. Kaum waren sie beide wieder in Bonn, verständigten sich der Außen- und der Verteidigungsminister: Deutschland müsse nun Ernst machen und sich an den Hilfsflügen der Vereinten Nationen nach Bosnien beteiligen.

Wolfgang Ebert: Irren ist so menschlich

Er machte aus heiterem Himmel das dramatische Geständnis, sich bei den Einheitskosten bedauerlicherweise geirrt zu haben – "wie die meisten Fachleute" (Originalton Kohl) –, wodurch er sich mit seinem Irrtum wenigstens in feinster Gesellschaft befindet.

Bonner Bühne: Es war halt ein Irrtum

Ein "Politik-Rabauke wie wir auch" war er am Anfang seiner Karriere. Ausgerechnet Richard von Weizsäcker hat Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann mit dieser Bemerkung gemeint.

"Ostpartei" – ein Spiel mit Ressentiments und Politikverdrossenheit: Das schlimme Erbe ist vergessen

FRANKFURT. – Der Sozialismus sei tot? Ach was, jetzt geht’s erst richtig los mit dem Systemgegensatz im eigenen Land. Der Deutschen Einigung als neuer Klassenkampf: Oben und unten heißen jetzt West und Ost, weshalb endlich auch diejenigen wieder mitmischen können, denen die Hingabe der DDR–Bevölkerung an das westliche Modell damals, im Jahre 1989, ein rechtes Ärgernis war.

Krieg ist kein Asylgrund

Am 16. Mai sah Mensura Tabakovic ihre Heimatstadt zum letzten Mal. In der Morgendämmerung überfielen serbische Milizionäre das bosnische Städtchen Višegrad östlich von Sarajevo: Sie zünden Häuser an und schlachten Schweine und Pferde auf der Straße.

Wie war es früher doch...

"Früher, also vor der Wende, war ich befugt, den Leuten auch mal was zu sagen. Daß sie den Dreck wegräumen sollen oder jetzt nicht mehr ins Wasser gehen dürfen.

BUCH IM GESPRÄCH: Die neue Teilung

Auf einen Nenner gebracht, lautete die Antwort auf die Frage "Was war die DDR, und was bleibt von ihr?" heute schlicht und einfach: "Die DDR war ein einziger Stasi-Sumpf, und es bleibt von ihr nichts als Ärger.

Der Händler als Held

Den Bürgern Amsterdams ging es im 17. Jahrhundert besser als den meisten anderen Menschen in Europa. Warum dies so war, versucht der französische Historiker Henry Méchoulan in einer Mischung aus Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu ergründen.

Wirtschaftsgipfel: Der Handelsstreit zwischen Amerika und Europa belastet die Konjunktur. Die Zeit für einen Kompromiß wird knapp: Rivalen ohne Regeln

Es wäre so einfach gewesen, dem Münchner Wirtschaftsgipfel einen Sinn zu geben. Das derzeit beste Signal für die Weltkonjunktur, darin waren sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) einig, wäre die Gewißheit, daß zwischen Amerika, Japan und der EG ein Handelskrieg ausgeschlossen ist und die noch bestehenden Handelsschranken weiter fallen.

Währungsunion: Die Debatte geht weiter – zwei Plädoyers für die Beschlüsse: Kritik der Kritik

Fortsetzung der späten Debatte: Während die Politiker schon heftig über den Standort der Europäischen Zentralbank rangeln und nach einem passenden Namen für das neue Euro-Geld fahnden, ist in der Zunft der Ökonomen ein Disput darüber entbrannt, ob der beim EG-Gipfeltreffen in Maastricht vereinbarte Fahrplan für die Europäische Währungsunion (EWU) den Europäern Gutes oder Unangenehmes verheißt.

Landwirtschaft: Teure Dürre

Es scheint wie mit der Geschichte vom Hasen und vom Igel: Ob die Kartoffeln der Bauern dick sind oder nur die Größe von Murmelkugeln haben – das Nachsehen hat immer der Steuerzahler.

Pflegeversicherung: Kurze Freude

Die Freude über das Ende eines Dauerstreits in Bonn währte nur kurz. Zu eilig hatte es die Koalition, Stunden vor Beginn der Sommerpause einen Kompromiß zur Pflegeversicherung zustande zu bringen.

Bonner Kulisse

FDP-Schatzmeister Hermann Otto Solms wird vor Gericht ziehen, um für die FDP beanspruchte neun Liegenschaften aus dem Erbe der ehemaligen Ost-Blockparteien LDPD und NDPD einzuklagen.

Eine ZEIT-Serie (V): Häßler schlägt Boris

Über zwanzig Millionen Bundesbürger saßen am Freitagabend, dem 26. Juni, in der ersten Reihe: Die ARD übertrug das Finale der Fußball-Europameisterschaft, Deutschland gegen Dänemark.

Markt-Report: Störfaktor Dollar

Die Dollarschwäche wächst sich am deutschen Aktienmarkt zu einem Ärgernis erster Klasse aus. Weil die meisten Analysten bei ihren Ertragsschätzungen für 1992 von einem Dollarkurs zwischen 1,70 und 1,80 Mark im Jahresdurchschnitt ausgegangen waren, müssen sie nun ihre Gewinnprognosen revidieren.

Manager und Märkte

adidas: Ein Brite steigt ein Bundesbahn: Von den Franzosen abgehängt Ruhrgas: Kommt den Russen entgegen

Vergessene Bildung

Die gegenwärtige Situation an den deutschen Universitäten kann ohne Übertreibung die Achillesferse der Bundesrepublik Deutschland genannt werden.

Eurotechnokraten

Dem britischen Biologieprofessor Tony Rice war die Spannung anzusehen: "Jetzt zeige ich, zum ersten Male öffentlich, Videoaufnahmen vom Meeresgrund, die ein ganzes Jahr im Zeitraffer zusammenfassen.

Lehrzeit

Schneeballschlachten auf dem Schulhof oder Zigarettenkonsum auf der Toilette, das ist Sache der Schulaufsicht, meinen manche.

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