Es war einmal ein Traum, der Traum von der Solidarität mit der Dritten Welt: Kaffee aus Nicaragua und Mate aus Argentinien, zu "gerechten" Preisen in Spezialgeschäften feilgeboten, sollte armen und verarmten Ländern im Süden des Planeten auf die Beine helfen. Der Traum ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Der Handel in den sogenannten Weltläden, so eine Studie des Bielefelder Dritte-Welt-Hauses, ist mit einem Gesamtumsatz von etwa vierzig Millionen Mark "volkswirtschaftlich bedeutungslos" und stagniert. Im Kampf gegen Hunger, Armut und Ausbeutung ist die internationale Solidarität offenbar ein schlechter Bündnispartner.

Überraschend? Keineswegs. Lange Anfahrtswege zu den Geschäften und hohe Preise wirken abschreckend. Und die individuelle Opferbereitschaft für diese ganz private Entwicklungshilfe ist gering.

Nicht einmal zu Unrecht. So fragwürdig nämlich längst die staatliche Entwicklungshilfe ist, so zweifelhaft müssen private Almosen bleiben. Was die armen Länder brauchen, sind keine Opfer der Reichen, sondern schlicht faire Handelschancen. Nur so kann jeder Supermarkt zum Dritte-Welt-Shop werden. Und allein das hilft den Habenichtsen wirklich. vo