Aids geht uns alle an. Das hören wir seit zehn Jahren ständig und richten uns in unserem Verhalten dennoch nicht danach. Der schleichenden Virusinfektion fallen vornehmlich die Außenseiter der Gesellschaft zum Opfer, Fixer und Schwule sind gefährdet, so wurden wir belehrt. Und damit haben sich die meisten von uns beruhigt, obwohl die Zahl der tatsächlich Infizierten in der Bundesrepublik keiner so genau kennt. So hängen wir weiter dem fatalen Irrglauben an, Aids sei nur die Krankheit der anderen.

Aber mit der trügerischen Ruhe scheint es bald vorbei zu sein. Bei der achten Internationalen Aidskonferenz in Amsterdam haben Experten vorgerechnet, daß sich die Seuche bis zum Jahre 2000 explosionsartig ausbreiten wird. Die Gefahr kommt aus Asien und Afrika. Im Teufelskreis von Armut und Unwissen gedeiht der tödliche Virus.

So kann aus der Krankheit der anderen unsere werden, wenn wir nicht endlich die warnenden Botschaften hören und uns nach ihnen richten.

HEB