Jutesäckchen für Studenten

Auch der deutsche Student ist nicht mehr das, was er einmal war. Vom armen Schlucker mutierte er im Lauf der Jahre zum konsumorientierten Normalbürger. Und folgerichtig ist er von der Konsumindustrie als Zielobjekt ausgemacht worden. Ein Wiesbadener Unternehmen, das seine Umsätze gewöhnlich macht, indem es "Geschenkkoffer" voller Markenartikel an junge Ehepaare oder Familien verteilt, will nun eine neue Quelle anzapfen. Im Oktober wird an dreißig Universitäten das "Student Welcome Pack", kurz SWP genannt, eingeführt. Das SWP ist – so die Firma – "ein auf die Zielgruppe abgestimmtes Samplingmedium, das sich großflächig an die Studienanfänger und Studenten richtet. Ein attraktiver, umweltfreundlicher Jutebeutel beinhaltet", auf Nachfrage beim PR-Manager, "alles, was der Student tagsüber so braucht: Körperpflege, Frühstücksflocken, Schokoriegel, Damenhygiene, Kondome." Das SWP findet sein Pendant im HAP, dem "Hochschul-Absolventen-Paket". Das HAP wird, den gehobenen Ansprüchen der Absolventen entsprechend, nicht auf dem Campus, sondern persönlich verteilt und enthält im Prinzip dasselbe wie das SWP, allerdings mit "mehr Snob-Appeal" und Tips fürs praktische Leben nach der Uni. Die Werbeaktion, mit der Studenten "an Produkte herangeführt werden, denen sie sonst nie begegneten", stößt angeblich überall auf große Zustimmung der Universitäten – nur in Bayern nicht. Da wird den Jutesäckchen-Verteilern gar mit der Polizei gedroht. Wegen der Kondome?

Nur Silber für Deutschland

"Riesenkomplimente" und dreizehn Goldmedaillen verteilte Bildungsminister Ortleb an die siegreichen Teilnehmer der vierten Internationalen Informatik-Olympiade. Rund 170 Schüler aus 45 Nationen hatten daran teilgenommen. Herausragend zeigten sich die Chinesen mit drei Goldmedaillen. Die Deutschen mußten sich mit einer Silber- und drei Bronzemedaillen begnügen und landeten auf Platz sieben der inoffiziellen Nationenwertung.

Noch zu viele Mediziner

Die Zahl der Medizinstudenten im ersten Semester ist nach einer Meldung der Deutschen Universitätszeitung in den letzten Jahren von 12 000 auf rund 9000 zurückgegangen. Von einem Ende der "Ärzteschwemme" kann aber noch keine Rede sein. Der Bedarf an Nachwuchsärzten liegt lediglich bei 5000 bis 7500 pro Jahr.