Noch vor gut einem Jahr brach er alle Popularitätsrekorde, heute sinkt seine Beliebtheit im Sturzflug. George Bush ist in Nöten. Weder er noch seine politischen Freunde scheinen zu wissen, wie sie den ständig wachsenden Vorsprung des Konkurrenten um die Präsidentschaft aufholen wollen. Ein neuer Wahlkampfchef? Eine Schmutzkampagne gegen Bill Clinton? Säbelrasseln am Golf oder gar auf dem Balkan?

Ein amerikanischer Präsident hat viele Möglichkeiten, seine Macht zu verteidigen. Die wirksamste hat Bush bisher nicht genutzt. Amerika wartet auf die beflügelnde Botschaft, die den Weg aus Selbstzweifeln und Unsicherheit weist. Doch das Weiße Haus ist starr und stumm.

Noch hoffen die Republikaner auf ihren Parteitag in der übernächsten Woche. Mit Jubelgeschrei und markigen Worten soll die Heerschau das Schicksal wenden. Aber mehr als ein paar Pluspunkte in den Meinungsumfragen garantiert sie nicht. Um die Wähler zurückzugewinnen, braucht George Bush politische Phantasie und Programme. Die Zweifel wachsen, ob er zu einem solchen Aufschwung noch die Kraft besitzt.

D. B.