Die Bundesregierung hofft vergebens, politischen Wandel auch durch Handel zu beeinflussen. Die erneute Hinrichtungswelle im Iran belegt das einmal mehr. Gleichwohl ist der Beschluß, die Hermes-Exportkredite für den Iran bis zum Jahresende zu begrenzen, nicht als Antwort Bonns auf die Menschenrechtsverletzungen der iranischen Mullahs zu werten.

Ökonomische Gründe sind der Anlaß. Teherans Zahlungsmoral ist zwar noch über jeden Zweifel erhaben, wegen der bisher fast unbegrenzten Bürgschaftskredite steht das Land aber schon jetzt bei den Deutschen mit einem Obligo von über zehn Milliarden Mark an dritter Schuldnerstelle. Da die Nachfrage nach deutschen Importen unverändert hoch ist, scheint die Grenze des Verträglichen erreicht. Zudem bleiben die Ölerlöse, Haupteinnahmequelle des Irans, deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch das mahnt zu Vorsicht. Wenn eine Lehre aus der Schuldenkrise der Dritten Welt zu ziehen ist, dann die, sie nicht ohne Not zu schüren, auch im Interesse des Iran. hff