Noch immer liegt der gute Comic auf dem Bücherbord in der Toilette, doch – gesellschaftsfähig und kunstverdächtig – hat er längst das Image des Banalen verloren. Nur die armen Akademikerkinder sollen sich noch immer mit Micky Maus, Asterix und Tim und Struppi begnügen. Zeit also, das Repertoire zu erweitern. Theodor Pussel, Sekretär in einem Frachtbüro in Dünkirchen, erweist sich als würdiger Nachfolger jener liebenswerten Schussel, die alle altklugen Wichtigmänner in den Schatten stellen. (Siehe: nicht Micky Maus, sondern Donald Duck; nicht Asterix, sondern Obelix!) Theodor Pussel, naiv und reinen Herzens, wird in den Fernen Osten geschickt, nach Singapur, Saigon und Borneo. Inmitten chinesischer Seeräuber, geheimnisvoller Herrscher und offensichtlicher Verbrecher macht er sich auf die Suche nach seinem verschollenen Onkel, einer zwiespältigen Figur, die Baudelaire zitert und sich von dunklem Gelichter Mallarmé besorgen läßt. Die Geschichten überschneiden sich, Knoten werden geknüpft und andere lösen sich. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und doch mit den anderen verstrickt. Für den Erwachsenen eine Irrfahrt durch wechselnde Rahmenerzählungen, filmische Schnittechniken und unaufdringliche Anspielungen, für die Kinder das reine Abenteuer und Vergnügen. Und wer sich auf Qualitätsstempel verläßt: Beim Internationalen Comic Salon Erlangen 1992 wurde Frank Le Galls "Theodor Pussel" als bester Jugendcomic mit dem "Max und Moritz"-Preis ausgezeichnet.

K.H.

  • Frank Le Gall:

Theodor Pussel

Das Geheimnis des Kapitän Stien

Bd. 2 Mission Aru-el-Kader

Bd. 3 Das Schicksal der Maria Verita