P.S.: Wg. meiner letzten Filmkritik ("Batmans Rückkehr", DIE ZEIT 31/92) weist man mich mit Recht darauf hin, daß es nicht nur in ausländischen Filmen etwas zu lesen gibt. Im ersten Otto-Film steht Otto vor einer Flipperbude mit der Aufschrift FLIPPERBUDE und fragt sich: "Ist die Jagd nach dem Gelde wirklich alles? Gibt es nicht noch andere Werte?", woraufhin beim Wort FLIPPERBUDE die Buchstaben F, zweimal das P, das R, das U und das D ausfallen.

P.P.S.: Gestern eröffnete mir meine Mutter, sie werde zur Kur nach Bod Sobernheim fahren. Das hat sie vor zwanzig Jahren schon mal gesagt. Damals erwiderte ich: "Ich lebte mit Frau Sobernheimer, sie war so lieb, sie war so nett; wir wuschen uns aus demselben Eimer, wir schliefen in demselben Bett", und meine Mutter sagte: "Sei nicht so albern." Dann haben wir mein Brüderchen besucht, und meine Mutter eröffnete ihm, sie werde zur Kur nach Bad Sobernheim fahren. Mein Brüderchen sagte: "Ich lebte mit Frau Sobernheimer, sie war so lieb, sie war so nett; wir wuschen uns aus demselben Eimer, wir schliefen in demselben Bett." Und meine Mutter? Schwieg. Quod licet Iovi non licet bovi, oder, um es mit Theo Sommer zu sagen: Quo vadis, Schlußakte von Helsinki?

P.P.P.S.: Neulich sitze ich auf meinem kostspieligen Ledersofa (Ich glaube, diese Wohnung ist um das kostspielige Ledersofa herum gebaut worden. Diese Wohnung? Der ganze Stadtteil. So sieht er jedenfalls aus.), föne mir den Kopf, betrachte im Fernseh die "Lustigen Musikanten" und denke: "Wenn jetzt das Telephon klingelt, kann ich sagen: ‚Tut mir leid; hab‘ ich nicht gehört; ich hab’ mir den Kopf gefönt und Lustige Musikanten gesehen.’ Riesen Scheiß siehst du dir an?!’ würde ich zu hören kriegen, wenn das Telephonat zustande gekommen wäre, und ich würde sagen: ‚Quod licet Iovi non licet bovi.‘ Oder, um es mit Franzl Lang zu sagen:

Hola rattattattatta hola daho

Hola rattattattatta wer ko, der ko.

Links vor der Bühne sitzt eine Frau, die offenbar den Ernst der Lage nicht erfaßt hat, denn sie zieht ein verkniffenes Gesicht, aber dann sehe ich, daß sie sich ein Spinnrad mitgebracht hat und höllisch aufpassen muß, daß sie nicht den Faden verliert, und nun zerfließe ich vollends vor Anerkennung, denn ich war vor vielen Jahren in Amerika mit einer Dame befreundet, die als Erfinderin des Strickens auf politischen Veranstaltungen galt, aber angesichts eines Spinnrockens hätte sie natürlich einpacken können.

P.P.P.P.S.: Vorgestern habe ich versucht, mir den Film "Kafka" von Steven Soderbergh anzusehen, und da fiel mir mein Freund Prof. Dr. Klaus-Rüdiger "Frag mich was" Wöhrmann ein, Semantiker und Hobby-Semiotiker. Dieser behauptet, der Satz "Er hob die Hände und spreizte alle Finger" am Ende des Prozesses im "Proceß" sei die Signatur des Autors, denn dies sei sowohl das gestische Zeichen für den hebräischen Buchstaben kav als auch für kappa und K. Kav-K.