Längst nicht mehr nur Prominente und hochkarätige Wirtschaftsbosse gehen auf individuelle Art in die Luft.

Wer unabhängig von festen Flugplänen, zeitraubenden Warteschleifen und verpaßten Anschlußflügen sein will, weiß die Vorzüge des Privatcharters zu schätzen. Dazu zählen mehr Flexibilität, Zeitgewinn und direktere Verbindungen gerade auf abgelegenen Flugrouten.

Die Branchenbücher der Bundespost verzeichnen mittlerweile bundesweit bereits mehr als 130 Firmen, die sich auf den Lufttransport von Eiligreisenden spezialisiert haben. Das Angebot reicht vom einfachen Propellerflugzeug bis zum kleinen, aber luxuriös ausgestatteten Düsenjet. Ledersessel, die Bedienung durch eine Stewardeß und eine Mahagoni-Bar sind zwar gern in Anspruch genommene Annehmlichkeiten, worauf es dem Geschäftsreisenden aber in erster Linie ankommt ist Zeit und Wege zu sparen.

Je nach Fluggerät können in Deutschland mehr als hundert Flugplätze mit Landebahnen ab 700 Meter Länge angeflogen werden. Bei einer maximalen Reichweite mancher Flugzeuge von bis zu 4000 Kilometern sind in ganz Europa und rund um das Mittelmeer über 2000 Ziele nonstop zu erreichen. Der Passagier ist nicht auf die, im Vergleich dazu, geringe Anzahl von Großflughäfen angewiesen. Zeitraubende Anfahrten und Wartezeiten bis zum Abflug entfallen.

Wie wichtig Flexibilität sein kann, zeigt sich bei länger als erwartet dauernden Besprechungen. Wenn der letzte Linienflieger weg ist, wartet das Privatflugzeug selbst bis zum späten Abend.

Die Zeit an Bord kann durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Ein ungestörtes Aktenstudium ist ebenso möglich wie eine Besprechung mit mitreisenden Kollegen.

Aber selbst unter der Prämisse, daß Zeit Geld ist, bleibt das Chartern eines Flugzeugs natürlich eine kostspielige Sache. Wer allein im Jet sitzt, muß ungleich mehr zahlen als für einen Linienflug. Doch für Firmen, die mit mehreren Mitarbeitern einen Geschäftstermin wahrnehmen müssen oder eine Messe besuchen wollen, zahlt sich das Chartern eines Flugzeugs auch finanziell aus.