Billy kam zurück

Endlich mal was Positives. Dachten wir. Ganzseitige Anzeigen meldeten triumphierend: "Billy ist zurück".

Etwa drei Jahre lang war B. vermißt worden. Zur Zeit der Wende war sein Ende gekommen: womöglich gegen billigen Ostlohn drüben produziert? Egal. Tausende von Billys Freunden wußten sich nicht zu helfen ohne ihn. Bücher, Spielzeug, Ordner, Alben, Schnickschnack – wo sollte das alles ohne Billy seinen Platz finden?

Auch wir hatten Billy nachgeweint (Zeit Nr. 51/91), gehörte er doch in die "Sammlung von allerlei notwendigen Gebrauchsgegenständen": "Billy, das Regalsystem, für das viele Intellektuelle schwärmten. Billy war einzigartig, Billy war preiswert. Und Billy überwand den Klassenkampf; denn er diente Frau und Mann, Armen und Reichen, aber vor allem Leuten, denen die Bücher mehr wert waren als das Regal, in das sie sie stellten."

Billy vom Markt zu nehmen, einfach so nicht mehr anzubieten, diese unternehmerische Entscheidung hat dem unmöglichen Möbelhaus aus Schweden offenbar viel Nerverei eingetragen. Durch frustrierte Kunden: "Sie haben uns beschimpft. Sie haben uns geschmeichelt. Sie haben uns bestochen. Sie haben es geschafft."

Ende gut, alles gut?. Von wegen. Ein Anruf ergab: Billy ist schon wieder verschwunden. Schluß, finito, ausverkauft.

Ghislaine mit Reling