Von Claudia Gorille

In dem Spielfilm "Der Mann mit dem goldenen Colt" jagt Geheimagent James Bond einen Gangster, der ein Bauteil für ein Sonnenkraftwerk gestohlen hat. Das kleine Modul sei deshalb so wichtig, weil mit dieser Technologie die Energiekrise der Welt überwunden werden könne, lautete die Begründung für den Auftrag des berühmten Spions Ihrer Majestät. Der Film spielte 1974, und 007 (Roger Moore) war – wie könnte man es anders erwarten – erfolgreich; aber die Photovoltaik hat bis heute nicht die im Film prophezeite Bedeutung erlangt.

Ihre hohen Kosten limitieren die Verbreitung der Solarstromtechnik nach wie vor. In Zukunft könnte die Sonnenenergie allerdings in der Landwirtschaft, vor allem dort, wo noch kein Versorgungsnetz vorhanden ist, von Nutzen sein. Die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig erprobt derzeit sechzehn Solaranlagen.

"Es wurden Bewässerungssysteme für den Acker- und Gartenbau, für Baumschulen sowie Versorgungseinrichtungen für Weidezäune und Wetterstationen ausgesucht, die schon heute oder in naher Zukunft ökonomisch relevant sind", erläutert Bernward Hollemann von der FAL das über drei Jahre angelegte Projekt. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie fördert es mit rund 230 000 Mark.

Landwirt Heinz Schwenke aus Uetze ist schon jetzt sehr zufrieden mit der Solarpumpanlage für sein Gurkenfeld. Früher stellte er ein Dieselaggregat auf, um die 2400 Quadratmeter große Fläche zu bewässern. "Mit den Geräten hat man eigentlich ständig Ärger", erzählt Schwenke, "sie tropfen, belasten also den Grund, und sie sind unzuverlässig. Aber mit der Solaranlage hatte ich weder diesen noch vergangenen Sommer Scherereien."

High-Tech auf dem Acker. Am Feldrand steht das futuristisch anmutende Sonnenkraftwerk. Das dunkelblau glitzernde Rechteck aus Solarzellen, in zwei Meter Höhe an einem Mast angebracht, ist weithin sichtbar. Es mißt zwei Quadratmeter und ist 200 Watt stark. Bei Sonnenschein kann die Pumpe laufen. Ein Batteriespeicher ist für diese Anlage nicht nötig. "Es muß sowieso nur bewässert werden, wenn die Sonne scheint", erklärt Hollemann, "denn je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto höher ist der Wasserbedarf der Pflanzen, weil sie mehr verdunsten."

Ist der Himmel bedeckt, wird weniger Energie gewonnen, und die Förderleistung der Pumpe ist entsprechend geringer. Je nach Sonnenkraft gießen – ein einfaches Prinzip. Die Pumpe, im vier Meter tiefen Brunnen unter der Wasseroberfläche versenkt, befördert geräuschlos das Grundwasser in schwarze Kunststoffschläuche. Sie liegen 2000 laufende Meter dicht neben den Pflanzen. Alle 30 Zentimeter befindet sich ein kleines Loch. Dort tröpfelt langsam das Naß heraus, so daß die Wurzeln gezielt versorgt werden.