Neues von Zehetmair

Bayern wird vielleicht demnächst zum bildungspolitischen Sperrgebiet erklärt. Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) läßt derzeit juristisch prüfen, ob Abiturienten aus anderen Bundesländern ohne eine bestimmte Fächerkombination im Abitur künftig von bayerischen Universitäten abgelehnt werden können. Zu den unbedingt notwendigen Abiturfächern gehören nach Ansicht des Ministers Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache. Sein Ministerium, so drohte der Minister, werde den "Studienerfolg" von Studenten überprüfen, die ohne entsprechende Fächerkombination Abitur gemacht hätten. Die neue Regelung träfe vor allem Studienplatzbewerber, die ihre Hochschulreife in einem Bundesland ohne Zentralabitur erworben haben. Es gehe nicht an, daß etwa Schüler aus Nordrhein-Westfalen ihr Abitur ohne die Fächer Deutsch oder Mathematik ablegen können und anschließend in Bayern studieren.

Professor sucht Moos

Auf die Suche nach unentdeckten Pflanzen ging jetzt der Biologe Jan-Peter Frahm von der Universität Duisburg. Ziel des Professors ist das Chocö-Gebiet, eine wissenschaftlich kaum erforschte kolumbianische Regenwaldregion an der Westseite der Anden. Die tropischen Wälder dort sind seit drei Millionen Jahren von den Regenwaldgebieten Süd- und Mittelamerikas isoliert. Frahm, international anerkannter Moos-Experte, hofft auf die Entdeckung unbekannter tropischer Moosarten.

Rußland-Freiwillige gesucht

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sucht händeringend Lektoren für Ost- und Südosteuropa, wie jetzt die Deutsche Universitätszeitung meldet. Vor allem für Rußland gibt es bisher zuwenig geeignete Bewerber. Gefragt sind in erster Linie Germanisten – auch Deutschlehrer –, die möglichst promoviert und nicht älter als vierzig Jahre sein sollten. Außerdem sollten sie Erfahrungen im Deutschunterricht für Ausländer haben. Maximal fünf Jahre lang müßten die Lektoren an ausländischen Hochschulen Kurse in Konversation, Landeskunde, Literaturwissenschaft oder Linguistik geben – auf deutsch, so daß keine eigenen Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind. Bezahlt werden die Dozenten von der jeweiligen Gasthochschule; der DAAD stockt die Gehälter auf die an Goethe-Instituten üblichen Sätze auf.

Japaner für Europa

Die Entwicklung des "neuen" Europa ist das zentrale Thema der 7. Deutsch-Japanischen Geographen-Konferenz, die in diesen Tagen an den Universitäten Heidelberg und Duisburg stattfindet. Rund fünfzig Wissenschaftler aus der Bundesrepublik und Japan diskutieren auf dem Symposium unter anderem über die Umgestaltung alter Industrieregionen in Europa und Japan sowie über das Problem der Einwanderung in Wohlfahrtsstaaten.