Etappensieg für 435 Arbeitnehmer im sächsischen Niederschmiedeberg – und für Millionen von Umweltschützern: Die Berliner Treuhandanstalt will die Kühlschrankproduktion bei der Firma dkk Scharfenstein bis Ende 1993 fortführen und bis dahin einen Investor für das Werk finden. Das Besondere: Das Unternehmen hat eine Weltneuheit entwickelt – den Prototyp eines Kühlschranks, der vollkommen ohne ozon- und klimaschädliche Substanzen auskommt. Die Serienreife, so Treuhand-Direktor Ludwig M. Tränkner, ist für Ende März 1993 angepeilt.

Das Interesse an dem Gerät ist bereits heute groß. Das Versandhaus Neckermann hat den umweltfreundlichen Kühlautomaten bereits vorsorglich in sein Sortiment aufgenommen. Und der Hamburger Umweltorganisation Greenpeace, die in den vergangenen Wochen mit Werbespots und Annoncen für das Gerät geworben hatte, liegen schon mehr als 60 000 Kaufoptionen von Interessenten vor.

Die Treuhand zeigte sich Anfang der Woche auch für "außergewöhnliche Privatisierungslösungen" offen. Vorstellbar sei eine gemeinnützige Stiftung, an der sich auch Greenpeace beteiligen könne – ein Vorschlag, der den Umweltschützern freilich "unseriös" erscheint. Gerüchte weise verhandelt die Treuhand aber bereits mit mehreren Kaufinteressenten.

Unbequem wird die Lage nun für die westdeutschen Kühlschrankhersteller. Der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) spricht dem Produkt aus dem Osten bis heute seine Umweltverträglichkeit mit dem Argument ab, es verbrauche zuviel Energie. Tatsächlich liegt der Energieverbrauch des Kühlschranks derzeit nur noch knapp zehn Prozent über dem Wert, der für das Umweltzeichen "Blauer Engel" eingehalten werden muß – ein Unterschied, der nach Einschätzung von Holger Brackemann, Eisschrankexperte beim Umweltbundesamt, leicht "überbrückbar" sein sollte.

Mit einem Problem, das längst erledigt schien, muß sich der neue TUI-Vorstandschef Ralf Corsten beschäftigen, der gerade in Hannover die Nachfolge des zum Kaufhof -Konzern abgewanderten Michael Goebel antritt. Obwohl das Berliner Kammergericht im Herbst vergangenen Jahres die Vertriebsbindung von Reisebüros an einen Pauschalreiseveranstalter für zulässig erklärt hatte, ließ das Bundeskartellamt in Berlin nicht locker und leitete erneut ein Verfahren gegen den Reiseriesen ein. Der TUI und damit auch der Frankfurter Konkurrenz NUR soll nun wieder untersagt werden, ihnen angeschlossenen Reisebüros vertraglich zu verwehren, auch Reisen von anderen Pauschalreiseveranstaltern anzubieten. Vor allem die Kölner Kaufhof-Tochter ITS hatte seit langem versucht, in den von TUI und NUR dominierten Reisebüros Fuß zu fassen.

Der Vorsitzende der zuständigen Beschlußabteilung des Kartellamtes Horst Nölkensmeier glaubt, "im EG-Vertrag eine neue Rechtsgrundlage" gefunden zu haben. Ob sich ein erneuter Rechtsstreit lohnt, ist aber fraglich. Die Touristikunternehmen entwickeln längst neue Methoden, um ihre Kunden an sich zu binden.

Ob die Aktionäre der Bochumer Hako AG in diesem Jahrtausend noch eine Dividende sehen werden, hängt weitgehend von der Barmherzigkeit einer Unternehmensgruppe ab, die für karitatives Handeln nicht gerade berühmt ist: Nur wenn die Gläubigerbanken des Unternehmens, die vorerst auf Forderungen in Höhe von vierzig Millionen Mark verzichtet haben, ihre Forderungen endgültig aufgeben, dürfen die Aktionäre hoffen.