Der Warnruf war laut und deutlich. Am Dienstag dieser Woche trafen sich die beiden Topmanager der Japan AG zu einem Krisengespräch. Und sowohl Tamisuke Watanuki, Generalsekretär der regierenden Liberaldemokraten, wie auch Gaishi Hiraiwa, Vorsitzender des einflußreichen Unternehmerverbands Keidanren, erklärten ohne Umschweife den Zustand der Wirtschaft für schlecht und die bisherigen Hilfsmaßnahmen der Regierung für ineffizient. Damit ist klar: In Tokio geht es weiter bergab.

Nachdem Japans Politiker zwei Jahre lang dem Verfall der einst größten Börse der Welt sorgenlos zuschauten, sehen sie heute ein, daß eine kranke Finanzwirtschaft letztlich auch der Gesamtkonjunktur schadet. Doch die Einsicht kommt spät. Banker und Broker rufen nun nach der starken Hand der Regierung. Wenn nötig, wird der Staat also Aktien kaufen und Kredite tilgen, so wie es die Herren Watanuki und Hiraiwa kaum verhüllt forderten. An Geld fehlt es dafür in der Staatskasse nicht. Doch vorher wird es bitter werden, denn eine harmlose Medizin reicht nicht mehr. Bisher sind an der Tokioter Börse nur kleine Fische gestorben... bl