Aus Königshäusern (I)

Es hat Krach gegeben. Burda hat in Monaco verspielt. Prinzessin Caroline, ihres Zeichens Witwe und Mutter, obwohl erst 35jährig, war auf die Titelseite der Bunte gebracht worden, mit ihrem kleinen Sohn Pierre. An ihrer Seite "ihr neuer Gefährte Vincent Lindon (32)" Dazu Bünte-Leserin Xyz gegenüber der ZEIT: "Jünger als sie! Er ist drei Jahre jünger!" Auf dem Titelphoto hatte die Bunte die Prinzessin zitiert: "Ich habe wieder ein Familie." Wir drucken hier den Satz so ab, wie ihn die Süddeutsche Zeitung zitiert hat, da wir selbst die Bunte nicht lesen. Aus dem fehlenden "e" beim Worte "ein Familie" entnehmen wir, daß es sich hier wohl nicht um einen Druckfehler, sondern um einen Hinweis auf den reizenden Akzent der Prinzessin gehandelt haben mag. Sie muß also in ihrem charmanten Deutsch gesagt haben: "Isch ab wiede ein Famije."

Doch zurück zum Bunte-Titel. Den hatte die Redaktion bezeichnet als ersten "Schnappschuß aus dem neuen Familienalbum". Die Süddeutsche wußte es inzwischen besser: "Hierzu stellte die Prinzessin nach Angaben ihrer Anwälte fest: ‚Dieses Zitat stammt nicht von mir.‘ Und: ‚Das Photo stammt nicht aus meinem Familienalbum.‘"

In der einstweiligen Verfügung gegen Burdas Renommierblatt wurde gerichtlich angeordnet, die gesamte Gegendarstellung der Prinzessin in der entsprechenden Schriftgröße habe wiederum auf der Titelseite von Bunte zu erscheinen. Der Anwalt des Burda-Verlages, so die Süddeutsche genüßlich, "legte nun am Mittwoch einen Probedruck vor mit dem Kommentar, in diesem Gewand werde die Bunte nicht gekauft und die Gegendarstellung nicht gelesen". Ummöglich, wo doch wirklich alles gelesen wird, was man uns aus den Königshäusern zuträgt.

Das fand auch der juristische Vertreter der Prinzessin, der Hamburger Anwalt Prinz Matthias, der dem Vergleichsvorschlag, die Gegendarstellung auf der Titelseite bloß anzukündigen und im Innern der Illustrierten abzudrucken, nicht zuzustimmen vermochte. Die delikate Angelegenheit liegt jetzt dem Oberlandesgericht München vor. Lesen Sie in der nächsten Bunte die Fortsetzung: "Isch ab wiede kein Famije!"

Aus Königshäusern (II)

Wer war das? Und schon wieder müssen wir uns an die Süddeutsche Zeitung wenden, die auf ihrer Seite "Vermischtes" die folgende Ungeheuerlichkeit zu vermelden wagte: "Queen Elizabeth II. aufgerissen". Nach den jüngsten erschütternden Nachrichten über die königlich britischen Partnerschaften – wir erinnern uns noch tief angerührt an Lady Die betrübte Miene unter ihrer praktischen Duschhaube – jetzt das! Hier hat sich eine Institution gehen lassen. Pfui!