Seid ihr wieder alle da, liebe Leser? Zurück aus dem Urlaub? Wie war es denn so, da unten im Keller? Behaupten Sie bitte nicht, Sie seien im Süden gewesen. Es könnte Ihnen ergehen wie jenem Luxemburger Ehepaar, das sich einen Urlaub nicht leisten konnte, dies aber aus Scham nicht zugeben wollte und deshalb die Läden herunterließ und zwei Wochen im Keller verschwand, bis die Nachbarn, aufmerksam geworden durch einen aus den Kellerfenstern dringenden Lichtschein, die Polizei alarmierten.

Tja, lieber Leser, liebe Leserin, Ihr lückenlos sonnengebräunter Körper verrät nur die Qualität Ihrer Sonnenbank, die leicht aufgeschwemmten Gesichtszüge lassen darauf schließen, daß der oft zurückgelegte Weg von der Sonnenbank bis zur Kellerbar doch etwas zu kurz war, und Ihr traumverloren debiler Blick beweist, daß zwei Reisebüroplakate von St. Tropez und St. Moritz nicht ganz ausreichen, den Horizont zu weiten.

Jedenfalls sind Sie, falls Ihnen nach dem Urlaub das Ersteigen der Kellertreppe nicht gänzlich mißlang, gut nach Hause gekommen, nicht im Reisebus gestorben und nicht im Stau steckengeblieben. Für Ihre Fitneß sollten Sie beim nächsten Mal einen Heimtrainer aufstellen, für die kräftigere Imagination wäre die Videokassette "Urlaubsparadiese der Welt" von Vorteil, und Ihre Verweildauer an der Bar sollte die im Bett nicht wesentlich übersteigen. Apropos Bett: Achten Sie darauf, daß die Matratze nicht quietscht, Ihre Nachbarn könnten sich veranlaßt sehen, den Kammerjäger zu rufen.

Bitte das Lesen nicht vergessen! Es bildet, und es erfreut, und im Keller rieselt weder der Sand zwischen die Seiten, noch reißt einem der Wind die Zeitung aus der Hand. Die FAZ hat kürzlich, in vollem Bewußtsein des neuen Trends zum Kellerurlaub, ihrem Blatt den Bildprospekt "Faszinierende Prämien für die Werbung eines neuen F.A.Z.-Abonnenten" beigelegt. Da gibt es: "1. Die Tischleuchte, 2. Der Standventilator, 3. Alles in einem: Das TV-Weckradio". Mit diesem Dreierpack sind Sie für die FAZ-Lektüre bestens gerüstet.

Kennen Sie übrigens das neue Lambsdorff-Papier "Mut statt Mißmut"? Ein Produkt seines jüngsten Kellerurlaubs. Im Keller geht vieles, was sonst nicht geht. Bis dann!

Finis