Dantes Höllenreise

Wenn in diesem Jahr der antarktische Sommer beginnt, wird ein achtbeiniger Roboter in den Krater eines aktiven Vulkans auf dem eisigen Kontinent steigen. Das an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (USA) konstruierte Gerät, sinnigerweise "Dante" geheißen, findet seinen Weg autonom mit Hilfe von Videokameras und einem Laser-Abstandssensor. Daten- und Energiekabel verbinden Dante mit Virgil (englisch für Vergil), einem achträdrigen Roboterfahrzeug, das am Rande des Kraters wartet. Dantes Instrumente sollen, ferngesteuert von Virgil, im Inferno Gasströme messen und Gesteinsproben sammeln.

Schutz gegen Gelbsucht

Nach einem Bericht im New England Journal of Medicine vom 20. Juli 1992 (Bd. 327, S. 453) ist dem Amerikaner Alan Werzberger vom Kiryas Hospital in New York und seinem israelischen Kollegen Daniel Shouval von der Haddash-Universität in Jerusalem ein Sieg im Kampf gegen die weitverbreitete infektiöse Gelbsucht (Hepatitis A) gelungen. In einer Studie mit 1037 Kindern im Alter von zwei bis sechzehn Jahren haben sie nachgewiesen, daß eine Injektion des (hochgereinigten) Hepatitis-A-Impfstoffes ausreicht, um (zuverlässig) gegen die ansteckende Krankheit zu schützen. Da ernstere Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeit nicht beobachtet wurden, scheint der nicht nur von Reisenden langersehnte Schutz zum Greifen nahe. Der Pharmahersteller MSD rechnet damit, daß die Impfung 1994 verfügbar sein wird.

Tödliche Ekstase

Ein Präparat namens "Ecstasy" aus der Reihe der sogenannten Weckamine kann nach einem Bericht im Lancet vom 15. August (Bd. 340, Seite 354) mit der Ekstase auch den Tod bringen. J.A. Henry von der Giftzentrale des Guys Hospital in London hat beobachtet, daß schon sehr geringe Mengen der vor über fünfzig Jahren als Appetitzügler eingeführten Substanz lebensbedrohliche Wirkungen entfalten können. Dazu zählen Störungen der Blutgerinnung ebenso wie Krämpfe und Fieber. Die Londoner Wissenschaftler vermuten, daß Gelbsucht oder Lebervergrößerung bei jungen Leuten oft die frühen Signale der tödlichen Sucht sein können.

Urviecher gesucht

Einer neuen Gruppe von Archaebakterien glauben Molekularbiologen der Universität von Südkalifornien in Los Angeles auf der Spur sein. Ihre Vermutung, daß es noch weitere Arten dieser Urbakterien gebe, basiert auf Analysen von Wasserproben aus 100 bis 500 Meter Tiefe aus dem Pazifik. Die Wissenschaftler hatten darin gezielt nach einer bestimmten Ribonukleinsäure (16S rRna) gesucht, die Archaebakterien bei ihrer Eiweißproduktion nutzen. Sie fanden tatsächlich solche RNA, allerdings unterschied sie sich in ihrer Struktur deutlich von der RNA bekannter Archaebakterien – daher die Annahme, daß es eine weitere Gruppe dieser Urviecher geben müsse. Dies ist höchst bemerkenswert, denn alle bisher untersuchten Archaebakterien bevorzugen exotische, sehr heiße Lebensräume wie glimmende Kohlehalden oder nahezu kochendes Wasser. Die neuen Mikroben wären hingegen in fünf bis fünfzehn Grad kaltem Tiefenwasser präsent und entsprechend häufiger. Noch aber können die Amerikaner die Organismen nicht genau klassifizieren, sie kennen nicht einmal ihr Aussehen. Erst wenn es gelänge, die Bakterien im Labor zu züchten, könnte ihre Existenz als gesichert gelten. Karl Stetter von der Universität Regensburg, ein Pionier der Archaebakterienforschung, hofft vom deutschen Forschungsschiff Sonne demnächst Wasserproben aus dem südlichen Pazifik zu erhalten und die neuen Archaebakterien identifizieren zu können.