Schachteln, nichts als Blechschachteln. Genauer gesagt: Omnibusse. "Unerträglich", stieß Jacques Chirac, seines Zeichens Bürgermeister von Paris, jüngst hervor, als er angelegentlich einer Dienstfahrt an der Place du Trocadéro vorbeikam und ihm keine Postkartenansicht des Eiffelturms teilhaftig wurde. Vollgestellt war seine kleine Pariser Welt.

Denn überall standen sie. Busse aus Belgien und Deutschland, Italien und vor allem aus den einstigen Ländern des realen Sozialismus. Parkten am Louvre, verstopften die Zugänge zum Montmartre und hinterließen eine Riech- und Kriechspur bis nach Versailles.

Es war wohl eine Plage in Frankreichs Kapitale in diesem Jahr, diese Schar von wenig konsumfreudigen Gästen. Sogar Le Monde, unvermittelter Gefühlsausbrüche normalerweise völlig unverdächtig, stöhnte: "Das Stadtbild wird verhunzt."

1200 Autobusse kurven offiziellen Klagen zufolge täglich durch die Stadt an der Seine – an den Wochenenden gar bis zu 2000. In Worten: zweitausend! So viele Blechleiber, die Tag für Tag und Nacht für Nacht 120 000 Touristen für Minuten ausspeien, damit sie rasch noch einige Photos knipsen können.

Chemische Toiletten gar, so wurde vereinzelt beobachtet, entleerte man an den Bordsteinkanten, ohne Rücksicht auf die Schmuddelbalance einer Millionenmetropole.

"Eine Politik der Abschreckung der Reisebusse", forderte nun ein Tourismusmanager, als könnte er damit die Geister zurückhalten, die er und seinesgleichen mit dem Spruch "Paris ist für alle da" heraufbeschworen.

Und was wird nun nicht alles diskutiert, als ginge es um die Entsorgung von Sondermüll: Wegbleiben sollen sie, sagen die einen. Andere favorisieren Parkplätze an der Peripherie, von denen aus die Neugierigen mit Seine-Schiffen ins Stadtzentrum geschippert würden. Doch die Busuriauber sind eigen, sie wollen nicht.