Sie galt als "Urmutter der Illustrierten" und hat seit ihrer Gründung 1948 viele gute und schlechte Zeiten hinter sich gebracht – zuletzt nur noch schlechte: In dieser Woche erscheint die Illustrierte Quick zum letzten Mal. Verleger Heinz Bauer persönlich überbrachte den Münchner Mitarbeitern an diesem Dienstag die böse Botschaft. Für hundert Quick-Macher wird es einen Sozialplan geben. Damit hat Bauer einen Schlußstrich unter eine Entwicklung gezogen, die alle Illustrierten durchmachen mußten, vom Stern bis Bunte. Die Auflage sank, und das Anzeigengeschäft wurde immer dürftiger.

Am härtesten unter den sogenannten general interest-Titeln freilich hat es Bauers Quick getroffen. Die Auflage, 1965 unter dem schon legendären Blattmacher-Duo Karl-Heinz Hagen und Günter Prinz bei 1,7 Millionen Exemplaren, sank unaufhaltsam auf nun unter 700 000 Stück. Das Anzeigengeschäft ging von 1989 bis 1992 sogar um 50 Prozent zurück – eine Einbuße von 35 Millionen Mark. Bauer-Geschäftsführer Gerd Bolls: "Damit ist der Quick die wirtschaftliche Basis entzogen."

An Versuchen, dem sinkenden Blatt durch neue Konzepte neues Leben zu geben, hat es der Bauer Verlag, der die Quick 1966 übernommen hatte, nicht fehlen lassen. Doch weder mit Klatsch, noch als rechtes politisches Kampfblatt oder mit nackter Haut ließ sich der Niedergang aufhalten. Der große Konkurrent Fernsehen brachte die Illustrierten in die Bredouille.

So ist es denn auch kein Zufall, daß sich just zu dem Zeitpunkt des Quick-Ablebens der Bauer Verlag bei dem neuen TV-Sender RTLplus 2 mit 24 Prozent engagiert. Denn neben der redaktionellen Konkurrenz durchs Fernsehen bekamen besonders die Zeitschriften zu spüren, daß die Werbung massiv zu den TV-Sendern abwanderte.

Aufatmen in Düsseldorf? Die Wirtschaftswoche aus dem Handelsblatt-Verlag bekommt vorerst keine Konkurrenz – jedenfalls nicht von Gruner + Jahr. Der Hamburger Verlag, der schon mit Capital und Impulse sowie einer Beteiligung am Manager Magazin im Markt für Wirtschaftsblätter aktiv ist, hatte an einem Wochenmagazin namens fact basteln lassen. Doch der Spiegel-Verlag, an dem G + J mit 25 Prozent beteiligt ist, mochte sich für das neue Blatt nicht erwärmen, was aufgrund des Gesellschaftsvertrags zwischen Spiegel und G + J erforderlich gewesen wäre.

Die Bedenken des Spiegel sind nachvollziehbar, denn fact-Macher war Werner Funk, bis 1991 Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins, das er nach Querelen verlassen mußte. Nun fürchtete der Spiegel wohl Konkurrenz von dem geschaßten Blattmacher.

Werner Funk kann sich schnell trösten: Vom November an wird er Chefredakteur des G + J-Reportagemagazins Geo. Für diesen Posten hatte eigentlich schon Merian-Chefredakteur Manfred Bissinger einen Vierjahresvertrag unterzeichnet, überlegte es sich aber anders. Statt dessen bastelt Bissinger nun mit Verleger Thomas Ganske an einer neuen Wochenzeitung. Den Vertragsbruch mag G + J-Chef Gerd Schulte-Hillen nicht hinnehmen. Bissinger könne nur aus seinem Verrag, wenn er verbindlich erkläre, den G + J-Blättern steht und Wochenpost keine Konkurrenz zu machen. Diese Erklärung steht noch dahin. Eine gerichtliche Auseinandersetzung ist wahrscheinlich.