Die Chancen sind gewaltig, die Risiken aber auch: Weil künftig alle Städte und Gemeinden ganz allein – ohne daß ihnen die Bundesregierung hineinredet – darüber entscheiden, welche Busse und Bahnen wie oft und wo im Nahverkehr fahren, kann der Nahverkehr attraktiver werden. Nur an Ort und Stelle entstehen bürgernahe Konzepte, die mehr Autofahrer als bisher zum Umsteigen bewegen können. Das große Risiko dieser längst überfälligen Regionalisierung liegt im Geldmangel des Bundes. Denn Kassenwart Theo Waigel muß die Kommunen erst einmal in die Lage versetzen, damit sie das neue Prinzip "Wer bestellt, zahlt" konsequent auch gegenüber der Bundesbahn praktizieren können. Der Streit um den erforderlichen Finanzausgleich hat längst begonnen – das Hickhack zwischen Hamburg und Bonn wegen 450 Millionen Mark für neue S-Bahn-Züge läßt wenig Gutes erwarten. Die Regionalisierung funktioniert nur, wenn Waigel viel Geld lockermacht – allein für den Nahverkehr per Schiene sind Summen von zehn Milliarden Mark jährlich nötig. Sonst wird das Ganze zum Flop. üth