Keine Frage, die wachsende Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland birgt enormen sozialpolitischen Sprengstoff. Forderungen, der Staat möge potentielle Investoren mit finanziellen Hilfen ermutigen, erscheinen konsequent. Aber sind sie auch vernünftig?

Der Fall des amerikanischen Unternehmens LSI Logic kann als Lehrstück gelten. Der Chipproduzent will sich an einem ostdeutschen Hersteller beteiligen, freilich nur, wenn ihn sein Engagement nichts kostet und der Staat die Verluste in den nächsten drei Jahren übernimmt. Danach ist dann wieder alles offen. Gleichzeitig wurde jetzt bekannt, daß die Amerikaner ihr hochmodernes Werk in Braunschweig schließen. Hauptsächlich macht LSI die Talfahrt des Dollar zu schaffen. Außerdem brechen dem Unternehmen in der notleidenden Computerindustrie die Kunden weg.

Die Lehre ist eindeutig: Unternehmen investieren und produzieren eben nur dann, wenn sie Absatzchancen sehen – es sei denn, der Staat übernimmt die Verluste. Auf Dauer wird es sich Bonn aber kaum leisten können, gegen die Gesetze der Marktwirtschaft zu verstoßen. lüt