DIE ZEIT

Die Talk-Show auf der Bonner Bühne

Helmut Kohl hat in der Bundestagsdebatte über den Haushalt des Kanzlers seine Position innerhalb der Koalition wieder etwas festigen können – allerdings wohl nicht für längere Dauer.

Frankfurt gibt nach

Jetzt ist die Bundesbank endlich über ihren eigenen Schatten gesprungen – und schon steht sie wieder am Pranger. Der überraschende Beschluß, die hohen Leitzinsen zu senken, sei eine Kapitulation vor den Politikern, heißt es.

Mit Todesfolge

Was ist Mord? Vierzig Eberswalder Skins und Heavy Metals feiern ihr Deutschtum. Sie besaufen sich, bewaffnen sich und ziehen los, um Neger aufzuklatschen, wie der Fachbegriff lautet.

Zeitspiegel

Schadenfreude ist die schönste Freude – und so konnten Amerikas Republikaner kaum an sich halten, als der demokratische Präsidentschaftskandidat Bill Clinton seinen militärischen Sachverstand bewies: Das amerikanische Volk habe gesehen, wie „Patriot-Raketen durch Türen und Schornsteine hindurch“ ihr Ziel fanden.

Sturz nach Drehbuch

Vielleicht ist ein Kabinettsrevirement Johannes Raus geringste Sorge. Es gibt Krankheiten und Lebenswünsche, die sind mit dem Amt eines Ministerpräsidenten nicht zu vereinbaren.

Sieg der schwachen Engel

Erlebt Thailand jetzt seine politische Wende? Immerhin haben zum erstenmal die prodemokratischen Parteien bei den Wahlen am vergangenen Wochenende mehr Sitze im Parlament erobert als die mit dem bisher allmächtigen Militär eng verzahnten traditionellen Interessengruppen.

Große Töne, kleine Taten

Wenn sie sich selber Mut machen wollen, brüllen sie dem Feind schon mal "Allahu Akbar" ("Allah ist der Größte") entgegen. Doch im Grunde glaubt kaum einer der bosnischen Kämpfer, daß sie in einen "heiligen Krieg" gegen die Serben und Kroaten, also gegen die Christen, ziehen werden.

Bonner Bühne: Herein in den Salon!

Nachdem Jörg Haider, ein Österreicher, schon mit seinem Lob für die Beschäftigungspolitik der Nazis Furore gemacht hatte, griff er jetzt auch noch die Volkohne-Raum-These auf.

Die Zigeuner sind da!

Rostock? Nein, Bolintin, ein Straßendorf in der Donauebene nahe der rumänischen Hauptstadt Bukarest. „Wenn Sie in Rostock Probleme mit dem Gesindel haben, holen Sie nur uns“, wirft sich Bürgermeister Mircea Obiale in die Brust, „die Leute aus Bolintin kommen.

Der jahrhundertelange Weg nach Westen

Die Zigeuner begannen ihre Wanderung vor mehr als tausend Jahren in Indien. Ob das Volk der Dom damals seine Heimat im Punjab freiwillig verließ, um als Handwerker und Spielleute in Persien zu leben, oder ob sie von den muslimischen Eroberern Nordindiens als Sklaven verschleppt wurden, bleibt unbekannt.

Fristenlösung und Ikebana

„Wir dürfen nicht nur über Umweltschutz reden. Auch der ‚Innenweltschutz‘ muß zu seinem Recht kommen, und dazu gehört die Kultur ohne Abstrich.

Ausverkauf der Landwirtschaft im Osten: Das große Bauernlegen

TEMPLIN. – Eberhard Brandt, Landwirt im Brandenburger Kreis Templin, will „Wiedereinrichter“ werden. Das heißt: Wie viele ehemalige Bauern in Ostdeutschland, deren Familien Anfang der fünfziger Jahre aus fadenscheinigen Gründen enteignet oder in den sechziger Jahren in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs) gezwungen wurden, hat er sein Land zurückerhalten.

BUCH IM GESPRÄCH: Gefahr für die Balance

Die Republikanische Partei hätte dieses Buch gern als scharfkantige Wahlkampfwaffe benutzt. Der Sprecher des amerikanischen Präsidenten und andere Republikaner hatten auch bereits damit begonnen, den Autor als "Umwelt-Extremisten" zu brandmarken.

Umweltpolitiker stecken in der Bredouille: Teuflische Wahl

Haben wir richtig gehört? Ist es wirklich Heinrich von Pierer, der künftige Siemens-Chef, der sich jetzt mit drohenden Worten in die Debatte um die Kernenergie einmischt? Das Plutonium sei ein Riesenproblem, meint ausgerechnet der Atommanager.

Bonner Kulisse

In der Hektik des politischen Geschäfts geht manche Überlegung unter, die über den Tag hinausweist. Das gilt auch für die Haushaltsdebatte in der vergangenen Woche.

Gesundheitsreform: Halbherzig

Kaum zu glauben, aber manchmal bekommt die Vernunft eine Chance. Gerade erst lichtet sich der Nebel nach den ersten Schlachten um die Gesundheitsreform, da taucht unerwartet ein sehr sympathischer Vorschlag auf.

Ostexporte: Blauäugig

Rudolf Dreßler ist der Sozialexperte der SPD und hat demzufolge qua Amt ein gutes Herz. Das schlägt nicht nur für seine deutsche Wählerklientel, auch den Armen im untergegangenen Sowjetreich will der Sozialdemokrat jetzt – freilich nicht ganz uneigennützig – Gutes tun.

Die Chance der Krise

Optimismus verbreiten nur noch externe Analysten. Während das Lamento von Stahlunternehmen, Gewerkschaften und Landesregierungen immer lauter wird, versprechen sie der Branche eine Wende.

Die Bilanz bröckelt

Birgit Breuel versucht – wieder einmal – den Eindruck zu erwecken, als sei eigentlich alles in bester Ordnung. Zwar stelle die wirtschaftliche Entwicklung in Europa auch die Treuhandanstalt und ihre Betriebe vor "schwierige neue Aufgaben".

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