Vermutlich fragen sich das die Diplomaten und deren Chefs in allen Ländern der Gemeinschaft. Bis zum Sondergipfel ist wenig Zeit, um Maastricht mit dem entscheidenden zusätzlichen Schmuckstück auszustatten, das die Stimmung im Publikum wendet. Vielleicht ist dieser Anspruch aber auch zu groß. Es würde ja schon reichen, wendet ein deutscher Diplomat ein, wenn eine glaubwürdige politische Erklärung der Zwölf – als Ergänzung zum Vertrag über die Union – speziell ein bis zwei Prozent dänische Stimmen vom Nein zum Ja bewegt, um so ein Scheitern von Maastricht zu verhindern. Die allgemeine Stimmung in Europa sei die spätere Sorge. Gott sei Dank, fügt er hinzu, gebe es in Deutschland kein Referendum.

So wird der Sondergipfel sich vor allem an die dänische Öffentlichkeit wenden. Damit die Dänen "die zweite Luft kriegen", wie Klaus Kinkel zu sagen pflegt. Das Bild hat er, der Hobby-Jogger, aus seinem Freizeitsport, bei dem einem ja mitunter die (erste) Luft wegbleibt.

Kinkel aber versteht nicht nur vom Laufen was, offenkundig weiß er auch beim Radsport Bescheid, weshalb er auch die Tour de France metaphorisch bemüht. "Sie können einen, der zurückfällt, zwar durch einen Wasserträger ein bißchen helfen, aber er muß letztlich selber die Kraft aufbringen, wieder ans Feld heranzufahren."

Und wenn nicht? Die Tour fährt ungerührt weiter, wenn einer aussteigt. Da ist Klaus Kinkel gleich wieder bei der Eisenbahn: "Der europäische Zug auch." Mag sein. Aber bestimmt nicht nach Maastricht.