Wo hält sich eine achtzehnjährige Schülerin aus gutem Haus an einem tristen Moskauer März-Nachmittag des Jahres 1910 auf? Natürlich in der Buchhandlung Wolff an der Kusnezkij-Brücke. Die Tochter von Professor Zwetajew, der das Museum der Schönen Künste gegründet hat, ist mit der lungenkranken Mutter, die seit vier Jahren tot ist, schon oft im Ausland gewesen. Also weiß sie, wer da jetzt im Pelz zur Tür hereinkommt, eine Autorität im Kunstleben der Hauptstadt des Zarenreiches: der noch nicht einmal vierzig Jahre alte Dichter Walerij Jakowlewitsch Brjussow, einer der Begründer des russischen Symbolismus. Das schöne Mädchen mit den wassergrünen Augen hört, wie der "Meister" herablassend diese Bestellung loswird: "Geben Sie mir ‚Chanteclair‘ – obwohl ich kein Verehrer von Rostand bin."