Gute Nachrichten für Bundesfinanzminister Theo Waigel: Die Kosten für die langfristigen Schulden des Staats haben sich deutlich ermäßigt. Für Darlehen mit fünf oder zehn Jahren Laufzeit muß der Minister jetzt weniger als acht Prozent Zinsen zahlen. Auch private Kreditnehmer haben Grund zum Hoffen: Die Zinsen für Hypotheken sind bereits gefallen. Und die meisten Experten im Bankgewerbe rechnen damit, daß Schuldenmachen in absehbarer Zeit noch billiger wird.

Nach den Ergebnissen der ZEIT/Südprojekt-Prognose soll die Durchschnittsrendite öffentlicher Anleihen in den nächsten sechs Monaten auf 7,5 Prozent zurückgehen. In den vergangenen acht Wochen hat sich dieser wichtige Zins-Indikator bereits um 0,6 Prozentpunkte ermäßigt. Zur Zeit liegt er knapp über 7,8 Prozent.

In der vor sechs Monaten veröffentlichten Prognose war dieser Wert ziemlich genau vorausgesagt worden. Auch mit den damals prognostizierten Werten für den amerikanischen Aktienindex und für den Goldpreis lag die Vorhersage weitgehend richtig.

Kräftig geirrt haben sich die teilnehmenden Banken allerdings beim deutschen Aktienmarkt und beim Dollar. Für den Deutschen Aktienindex sahen sie für Ende September einen Wert zwischen 1750 und 1900 voraus, für die amerikanische Währung erwarteten sie einen – heute phantastisch anmutenden – Kurs zwischen 1,60 und 1,85 Mark. Auch die dramatischen Kurseinbrüche an der japanischen Börse haben die Experten überrascht. per