Nein, damit sollte man gar nicht anfangen: Pädagogisches, Informatives, am Ende gar noch Materialien, die Lehrer – diese ungeliebte, langweilige Spezies – zu Unterrichtszwecken verwerten könnten. Am Ende rezensiert man noch Schulbücher! (Eine Aufgabe, vor der sich jeder drückt, weil jeder weiß, wie undankbar und wichtig dies wäre.) Trotzdem, vier Empfehlungen, natürlich mit eingestreutem, literarischem Alibi, in mitschreibbarer Geschwindigkeit und nach zunehmendem Schwierigkeitsgrad geordnet: 1. Ein kurzer, unsentimentaler und deshalb um so berührenderer Bericht eines Jungen über sein Leben in Haiti, mit zahlreichen Farbphotographien, die abbilden und nicht nur vorzeigen. 2. Geschichten und Fakten über Kinder in Lateinamerika, manchmal betulich, meist lesenswert. 3. Eine hervorragende Materialsammlung über 500 Jahre Kolonialismus zu Unterrichtszwecken, die einigen politischen Leitartiklern gut zu Gesicht stehen würde. 4. Ein intelligentes literarisches Lesebuch voll poetischer Hoffnung und realer Enttäuschung – von der Eroberung bis zur Gegenwart. So weit, so empfehlenswert, so notwendig. K.H.

  • Gerhard Hoffmann: Ted lebt in Haiti

Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1992; 24 S., 19,80 DM

  • Peter Wesely (Hrsg.): Niños del mundo – Kinder dieser Welt

Verlag St. Gabriel, Mödling/Wien 1991; 160 S., 28,– DM

  • Martin Geisz: 500 Jahre Kolonialismus und Widerstand

Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 1992; 140 S., 32,– DM