Vorerst steht diese Beifügung nur auf den Eintrittskarten zur Keimzelle des Raumfahrtparks – zum "Historisch-technischen Informationszentrum", das im Mai 1991 in der Schaltzentrale eröffnet wurde, einem geduckten Bunkerbau ein paar Schritte vom Kraftwerk. Das kleine Raketenmuseum ist das Werk von Peter Profe und Joachim Saathoff, zwei NVA-Majoren um die fünfzig, die hier auf dem Fliegerhorst Dienst taten.

Ein Riesenschritt für die Technik

Saathoff kennt die Wiege der Raumfahrt genau. Er kann mitten in den Wald fahren, auf einen Baum unter Bäumen zeigen und sagen: "Hier, genau hier, war die Ecke des Überschallwindkanals." 1975 hat es ihn nach Peenemünde verschlagen. Das Gelände war militärisches Sperrgebiet wie zu Kriegszeiten, das Thema Geheimwaffen tabu. Saathoff aber war fasziniert, fragte Augenzeugen, hielt Vorträge, besorgte sich mühsam verbotene Literatur aus den Giftschränken der Bibliotheken. Heimlich, mit Angstschweiß auf der Stirn photographierte er sie Seite für Seite ab.

Im Westen kaufte man sich die Peenemünder Erinnerungen von Walter Dornberger – nur als Beispiel – einfach im Buchhandel. Was heute noch gern geschieht.

Dornberger kam 1929 mit 34 Jahren zum Heereswaffenamt in Berlin. Er suchte neue Artilleriewaffen, die vom Versailler Vertrag nicht verboten waren. Er förderte Raketenbastler; als er sah, daß sie wenig zustande brachten, übernahm er selbst die Regie. Der erste Mitarbeiter, den er einstellte, im Oktober 1932, war der neunzehnjährige Student Wernher von Braun. Das Junggenie übertraf alle Erwartungen.

Kleinere Projektile wie das A 2 erreichten gerade Höhen von zwei Kilometern, da wurde der Abteilung das Versuchsgelände südlich von Berlin zu klein. Eine deutlich andere Größe sollte her. Wernher von Braun entdeckte den Nordteil von Usedom. "Weitab von allen größeren Städten lag dieses mit alten Eichen und Kiefern bestandene Dünengelände in noch unberührter Einsamkeit", so beschreibt Dornberger seinen Eindruck. "Große dunkelstangige pommersche Hirsche zogen durch das Heidekraut in die Heidelbeerbüsche der Wälder bis an den Sand der flachen Küste." Die Planierraupen starteten unverzüglich. Im April 1936 kaufte das Luftfahrtministerium das Gelände, fünf mal zehn Kilometer, für 750 000 Reichsmark. In den Westteil kamen die eigenen Ingenieure, nach Peenemünde-Ost die Heeresversuchsanstalt. Dornberger war ihr militärischer Leiter, von Braun der technische Direktor.

Es galt, in Peenemünde eine Utopie zu verwirklichen. Büros und Häuser vom Besten, eine S-Bahn im Großstadtstil, und, um die Brennversuche zu überwachen, für das Prüfstandpersonal eine Fernsehanlage. Ihr Erfinder, Walter Bruch, schuf später unsere Fernsehnorm Pal.