Auch diesmal wieder heißt das Motto: Einer wird gewinnen. Zum zweiten Mal vergibt Postminister Christian Schwarz-Schilling eine Lizenz zum Betrieb eines flächendeckenden Mobilfunknetzes. Doch im Gegensatz zu 1989, als erstmals mit Mannesmann ein privater Anbieter den Zuschlag erhielt, der staatlichen Telekom in diesem Bereich Konkurrenz zu machen, ist von einer Aufbruchstimmung nicht mehr viel zu spüren. Damals bewarben sich noch zehn Industriekonsortien um die Lizenz, diesmal sind es nur noch zwei. Der Grund: Die enormen Investitionen für die vielen Funkstationen haben etliche Interessenten abgeschreckt. Die Konzerne BMW und MAN wollten beispielsweise zunächst als Rivalen ins Rennen gehen, dann bündelten sie kurzfristig ihre Kräfte und sind nun in einem Konsortium vereint. Der zweite Bewerber soll die Veba-Tochter PreussenElektra sein. Statt neun wird es diesmal also nur einen Verlierer geben.

Das französische Thermalbad Vichy erhielt vergangene Woche prominenten Besuch aus Italien. Raul Gardini, ehemaliger Chef der Ferruzzi-Gruppe, weilte dort allerdings nicht als Kurgast, sondern hat es offenbar auf einige französische Mineralwasserquellen abgesehen, die der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé aus dem schweizerischen Vevey mit der Übernahme der Perrier -Gruppe geschluckt hatte. Die Nestlé-Strategen haben gleich zwei Gründe, um sich von einigen Wassern aus dem Perrier-Deal zu trennen. Zum einen sind die französischen Kartellbehörden der Ansicht, daß der Konzern eine beherrschende Marktstellung ausüben würde, wenn er sämtliche eingekauften Marken behielte; zum anderen müssen die Schweizer mit hohen Restrukturierungskosten bei ihrer Neuerwerbung rechnen.

Einige französische Quellen würden Gardini gut ins Portefeuille passen. Der italienische Unternehmer, 1991 von den übrigen Mitgliedern der Familie Ferruzzi im norditalienischen Ravenna samt Frau Idina (geborene Ferruzzi) ausbezahlt, ist bereits wieder Herr über ein Nahrungsmittelimperium mit drei Milliarden Mark Umsatz. Innerhalb der vergangenen beiden Monate kaufte sich Gardini rund ein Fünftel des italienischen Mineralwassermarktes zusammen.

Ein Markt, der selbst seinen Machern voller Rätsel ist? Das kann nur der Programmzeitschriftenmarkt sein. Gerade haben drei Verlage – Springer, Gruner + Jahr und die Verlagsgruppe Milchstraße – jeweils zum Einführungspreis von dreißig Pfennig neue Programmblätter in Millionenauflage ins Rennen geschickt. Doch der Marktführer, der Hamburger Bauer Verlag, der erklärtermaßen vom Sockel gestoßen werden sollte, bekam es so gut wie gar nicht zu spüren. Nun kontert Bauer doch mit einer eigenen Neukreation: Zu FF (Gruner + Jahr), TV neu (Springer) und Kabel TV (Milchstraße) gesellte sich in dieser Woche Bauers TV klar.

Selbst Verleger Heinz Bauer mochte da die Sinnfrage nicht unterdrücken. Doch sein Programmverantwortlicher, Manfred Braun, will gar nicht die neuen Billigblätter, inzwischen für neunzig Pfennig zu haben, bremsen. Er will vor allem in Ostdeutschland Marktanteile machen. Die Startauflage von TV klar – 1,3 Millionen – wird denn auch zur Hälfte im Osten vertrieben. Das dürfte schmerzhaft werden für Super TV, von Burda und Gong gemeinsam entwickelt, ebenso wie für FF, eine ehemalige DDR-Zeitschrift.

Die Erfolge der Newcomer im Westen halten sich vorerst noch in Grenzen. Während Kabel TV immerhin die 500 000-Auflagenschwelle überschritten hat, konnte Gruner + Jahr nur rund 400 000 neue Käufer gewinnen – die sich freilich zu den 400 000 treuen ostdeutschen Abonnenten gesellen. Springer dürfte dagegen kaum zufrieden sein: TV neu liegt gerade einmal bei 350 000 Stück in West und Ost.

Schweres Geschütz fährt der Deutsche Werberat, die „selbstdisziplinäre Instanz“ der deutschen WerbeWirtschaft, gegen einen Mineralwasserproduzenten aus Norddeutschland auf. Erzürnt hatte den Werberat die aktuelle Plakatkampagne der Hansa Mineralbrunnen GmbH aus Rellingen.