Embryonen-Prüfung

Alan Handyside und seine Kollegen vom Londoner Hammersmith-Kinderhospital sind dem Ziel des „Embryo-Check-up“ ein Stück näher gekommen. Mit diesem in Deutschland nicht zulässigen Verfahren sollen im Reagenzglas befruchtete Eizellen aussortiert werden, wenn der Verdacht besteht, daß sie Träger eines Erbleidens sein könnten. Im frühen Wachstumsstadium (am dritten Tag nach der Befruchtung) wurden bei Embryonen, die von drei erblich belasteten Paaren stammten, durch Mikropunktion eine oder zwei Zellen entnommen. Ihre Erbsubstanz (DNA) wurde sodann auf die Veranlagung zur zystischen Fibrose untersucht. Dabei fanden sich mehrere durch diese schwere Krankheit gefährdete Embryonen. Zwei Frauen erhielten geprüfte befruchtete Eizellen zurück; eine Mutter gebar ein gesundes Mädchen.

Kritiker dieses Verfahrens sollten bedenken, daß bei uns schon seit vielen Jahren genetische Untersuchungen in frühen Stadien der Schwangerschaft stattfinden. Mit der Fruchtwasserpunktion wird in der 16. Woche, oder mit der Untersuchung der Plazentar-Zotten in der 10. Woche, nach einem Down-Syndrom gefahndet. Bei positivem Befund wird die Schwangerschaft zumeist abgebrochen, das erlauben unsere Gesetze. Die Beseitigung einer befruchteten Eizelle im Acht-Zellen-Stadium dagegen wird hierzulande mit Strafandrohung verfolgt.

Unendlich viele Ausnahmen

Mit Primzahlen – Zahlen, die nur durch eins und sich selber teilbar sind – können Nachrichten verschlüsselt werden, weshalb nicht nur Mathematiker, sondern auch Informatiker und Geheimdienstler an ihnen interessiert sind. Für einen sicheren Code benötigen die Fachleute aber hinreichend große Primzahlen, und die sind nicht leicht zu finden. Um etwa bei einer hundertsteiligen Zahl nachzuweisen, daß sie prim ist, müssen Computer zeitraubende Berechnungen anstellen. Mathematiker suchen daher seit langem nach einfacheren Methoden. Ein Ansatz war, die unteilbaren Zahlen daran zu erkennen, daß sie bestimmte andere Zahlen teilen. Bereits 1910 fand der Mathematiker R.D. Carmichael jedoch ein Gegenbeispiel: 561 erfüllt die Testbedingung und ist dennoch keine Primzahl (561 : 3 = 187). Zwar sind nur 43 derartiger „Carmichael-Zahlen“ kleiner als eine Million. Doch bewiesen kürzlich drei Wissenschaftler der Universität von Georgia in Athens (USA), daß es insgesamt unendlich viele dieser Ausnahmen gibt.

Gestückelte Geschwindigkeiten

Eine sechzehn Jahre alte Vermutung scheint sich zu bestätigen: Damals behauptete William Tifft von der Universität Arizona, daß die Rotverschiebung des Lichts, das von fernen Galaxien die Erde erreicht und an der Astronomen das Tempo von Milchstraßen erkennen, nicht gleichmäßig verteilt sei. Vielmehr sei sie in getrennten Gruppen gebündelt. Fliegen Galaxien also nur in bestimmten Geschwindigkeiten durch das All? Eine Studie des Royal Observatory im schottischen Edinburgh, die Tifft widerlegen sollte, untersuchte 89 Spiralnebel. Doch sie bestätigte jetzt nur die Stückelung der Geschwindigkeit; wie diese zu interpretieren ist, darüber herrscht noch Unklarheit.