DIE ZEIT

Doktor Gauck

Es ist nicht Gaucks Behörde. Aber man nennt sie so, und ihr Leiter widerspricht dem allenfalls selten. St. Joachim hütet den Drachen aus Papier, die dürre Beute der Revolution – und das seit zwei Jahren.

Ein Zeichen

Als der Ausländer erschlagen wurde, zeigte es sich, daß das Entsetzen im Land groß war. Die Menschen, selbst bedroht von wirtschaftlichen Krisen und düsteren Zukunftsaussichten, spürten gleichwohl das Bedrohliche dieser Tat.

Katastrophe?

Wenn Flugzeuge über Städte einschweben, ahnen wir, sie könnten auch einmal herunterfallen. Wo mit moderner Chemie produziert wird, auch das wissen wir, kann es zu schrecklichen Feuern kommen.

Zeitspiegel

Am Tag der Deutschen Einheit war die Teilung des Landes unüberhörbar. Politiker und Journalisten sprachen zwei Jahre nach der Vereinigung immer noch von den „fünf neuen Ländern“.

ARD-Personalpolitik: Makler unter sich

Der kritische Diskurs über den Machtanspruch der Parteien läßt diejenigen, die es angeht, kalt. Wie die jüngsten Beispiele aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk belegen, lernen die Parteizentralen nichts dazu.

Parteispendenprozeß: Ende mit Schrecken

Nach dem Schrecken ohne Ende nun auch noch ein Ende mit Schrecken: Reichlich ein Jahr nach dem letzten großen Parteispendenprozeß hat der Bundesgerichtshof dem Düsseldorfer Landgericht dessen Urteil mit Aplomb vor die Füße geworfen.

Bei einem Patt im Präsidentschaftskampf: Wenn der Kongreß entscheidet...

Wer wählt den Präsidenten der Vereinigten Staaten? Bisher hat die amerikanische Geschichte fast immer eine eindeutige Antwort gegeben: Die Wähler zeichnen ihr Kreuz hinter die Namen von Wahlmännern und -frauen (electors), die in ihren Bundesstaaten stellvertretend für die Präsidentschaftskandidaten auf den Stimmzetteln stehen.

Die Männer-Bastionen wanken: Nie zuvor bewarben sich in Amerika so viele Frauen für einen Sitz im Kongreß: Die Töchter des Zorns

In New York ist das Jahr der Frauen schon vorbei. Zwei weibliche Kandidaten waren hier gegen zwei männliche angetreten, um sich für die Demokraten um einen der beiden Senatssitze des Bundesstaates zu bewerben: Geraldine Ferraro, die 1984 als erste Frau Amerikas für das Amt des Vizepräsidenten vorgesehen war, und Elizabeth Holtzman, die oberste Finanzkontrolleurin von New York City.

Wolfgang Ebert: Mein Kohl

Hiermit gebe ich meine Kapitulation bekannt: Mein zehnjähriger unerbittlicher, heldenhafter Sturm auf die Festung Kohl ist endgültig gescheitert: Immer noch ist mein Antipode Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Der Haß hat wieder Wohnrecht

NEW YORK. – Etwas stimmt nicht in Deutschland. Man muß blind oder böswillig sein, um das nicht zu erkennen..................

Worte können gefährlich werden

MÜNCHEN. – "Wenn man nicht die Kraft hat, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen", schreibt der Pfarrer Friedrich Schorlemmer aus Wittenberg, "sucht man zwangsläufig Objekte für den Haß.

Bonner Bühne: Ein Talent aus Halle

Ganz von Sinnen können sie nicht sein, die Politiker. Denn "die Herren gegenüber von der anderen Seite der Bannmeile haben die Bedeutung des Pantheon erkannt und unseren Gründungstag zum Feiertag erhoben".

BUCH IM GESPRÄCH: Beklemmender Report

Dem äußerlich mit sympathischer Bescheidenheit gestalteten Band ist der Satz vorangestellt: "Die Geschichten in diesem Buch sind alle wahr.

Das Maß ist jetzt total voll

„In Sachsenhausen haben wir einen Knotenpunkt erreicht. Das Maß ist jetzt total voll. Wir haben es nicht mehr mit einem Kavaliersdelikt oder einem Dummenjungenstreich zu tun.

Friedrich Schorlemmer, Pfarrer aus Wittenberg:: Zorn auf Knut Teske

HALLE. – Kürzlich im Studio des „MDR-Nachtcafé“ (Mitteldeutscher Rundfunk): Der Moderator Knut Teske stellt dem ehemaligen Professor der Filmhochschule Babelsberg und jetzigen PDS-Landtagsabgeordneten von Brandenburg, Lothar Bisky, eine Frage, mit der er seine Integrität aufgrund seiner Vergangenheit anzweifelt.

Freudiges Schnauben

NEUBRANDENBURG. – Mitten in Mecklenburg-Vorpommern ein bayerisches Zelt. Auf einer ungastlichen Ebene von braun aufgewühltem und dann hartplaniertem Erdreich steht es, weiß-blau gestreift und sehr einsam in der Mondlandschaft, als wäre es vom Münchner Oktoberfest davongelaufen und hätte sich dann verirrt hier niedergelassen.

Autobahngebühr: Überflüssig

Die Vorstellung ist absurd. Da öffnet die Europäische Gemeinschaft ihre Binnengrenze, es finden keine Paß- und Zollkontrollen mehr statt, und dann sollen Fernfahrer an der Grenze stoppen, um ein Tages- oder Wochenticket zur Benutzung deutscher Autobahnen zu kaufen.

Bundespräsident: Überholt

Der Bundespräsident gehörte von jeher zu den wenigen Politikern, die es wagten, mit den Deutschen über die Schmerzen der Einheit zu reden.

Bonner Kulisse

Seit Monaten versichert Bundesfinanzminister Theo Waigel, er habe alle mit der deutschen Einheit verbundenen finanziellen Risiken fest im Griff.

Wirtschaftspolitik: Niedrige Zinsen, Staatsschulden, Konsumverzicht, Außenschutz für die ostdeutsche Wirtschaft – die unverzichtbaren Bestandteile eines Solidarpakts Umkehr in die Rezession: Umkehr in der Rezession

Jetzt steht die Schreckenskombination vor der Tür: Rezession West statt Aufschwung Ost. In den neuen Ländern gibt es statt, wie von der Bundesregierung am Jahresanfang einfach so verkündet, zehn Prozent reales Wachstum allenfalls zwei bis drei Prozent subventionsinduzierte Zunahme, in den alten Ländern seit Jahresmitte Stagnation.

Autoseller: Langsame Talfahrt

Der Rückgang auf dem Automobilmarkt setzt sich fort. Im August sank die Auslandsnachfrage nach deutschen Pkw erstmals unter das Vorjahresniveau.

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