Bevor der von Greenpeace propagierte Ökokühlschrank überhaupt auf dem Markt ist, formieren sich bereits die Gegner. Im März wollte der ums Überleben kämpfende ostdeutsche Kühlschrankhersteller dkk Scharfenstein die ersten Exemplare des neuartigen Kühlgerätes ausliefern.

Jetzt sieht er sich einer großen Koalition gegenüber: Gleich sieben etablierte Hausgerätehersteller, AEG, Bauknecht, Bosch, Electrolux, Liebherr, Miele und Siemens, bemängeln in einem gemeinsamen Schreiben die technischen Eigenschaften des dkk-Ökokühlschranks. Erstens: Das verwendete Isoliermaterial Styropor dämme zu schwach im Vergleich zu herkömmlichen Isolierstoffen. Zweitens: Das als Kühlmischung verwendete Propan-Butan-Gemisch brauche mehr Energie und sei brennbar.

Obwohl diese Behauptungen weder neu (siehe DIE ZEIT vom 31. Juli 1992 und 4. September 1992) noch geklärt sind, beschlossen die sieben Marktführer, gemeinsam vorzugehen. Der Handel habe auf mehr Informationen gedrängt, begründet Johannes Hirschel, Sprecher der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH in München, stellvertretend den Vorstoß.

Offenbar haben die Konzerne vor dem kleinen Newcomer gehörigen Respekt bekommen. Die Ökokühlschrankbauer wollen nun den Gegenbeweis antreten. Siegfried Schlottig, Sprecher von dkk-Scharfenstein, sieht auch einen positiven Aspekt in der ungewöhnlichen Attacke des Kühlschrank-Establishments: „Am Anfang haben die sieben Großen nicht geglaubt, daß wir mit dieser guten Idee Hunderte von Bestellungen bekommen würden.“

Sie wirken wie ein zankendes Ehepaar – in Haßliebe vereint. Seit Anfang des Sommers streiten sich die Bertelsmann-Tochter Ufa und der luxemburgische Medienkonzern CLT, beide Gesellschafter bei RTLplus, um das Kölner Privatfernsehprojekt Vox. Vor dem Hamburger Landgericht haben die Luxemburger nun einen vorläufigen Sieg errungen.

Der Ufa gehören 24,9 Prozent des neuen Kanals, der am ersten Januar mit einem Informationsprogramm auf Sendung gehen will. CLT dagegen strebte gemeinsam mit einigen Verbündeten die Mehrheit bei Vox an – vergeblich. Nun hat das Landgericht in erster Instanz entschieden, daß die Beteiligung der Ufa an Vox nicht Rechtens ist. Der Grund: CLT und Ufa haben dort eine Klausel unterschrieben, nach der sich keiner der Anteilseigner allein an anderen Fernsehprojekten beteiligen darf – sofern sich ein anderer auf die Klausel beruft. Die Folge: CLT könnte jetzt mittels seiner De-facto-Mehrheit im Beirat von RTLplus die Ufa zwingen, dort auszusteigen, wenn sie ihre Vox-Anteile nicht verkauft. Das käme Bertelsmann und den zuständigen Vorstand Manfred Lahnstein teuer zu stehen, müßte der Konzern doch seine Anteile an dem lukrativen Privatsender zu einem minimalen Buchwert verkaufen.

Doch so heiß wird die Suppe wohl nicht gegessen: Zum einen kündigt Bertelsmann-Sprecher Helmut Runde an, man werde in die Berufung gehen. Zum anderen gibt es neben der zivilrechtlichen noch eine medienrechtliche Seite, und die spricht für die Deutschen: Wenn CLT den ohnehin riskanten Rausschmiß wagt und seine Macht über die deutsche Fernsehlandschaft offen zeigt, gefährdet sie auch die Lizenz von RTLplus. Die Medienbehörden mußten dann prüfen, ob das öffentliche Interesse hierzulande nicht durch Konkurrenzminderung verletzt wäre.