Polen will dem Tourismus künftig einen höheren Stellenwert einräumen und das Angebot für ausländische Besucher kräftig erweitern.

Bis zum Jahr 2000, so erläuterte Jerzy Kaczmarek, Direktor des in diesem Frühjahr in Köln neu eröffneten Polnischen Informationszentrums für Tourismus, sollen zu den bislang zur Verfügung stehenden 700 000 Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels, Pensionen, Erholungsheimen, Privatzimmern und auf Campingplätzen weitere 50 000 Gästebetten hinzukommen, sechzig Prozent davon in Hotels unterschiedlicher Standards.

Hotelketten wie Marriott, Altea, Trust House Forte oder Vienna International sind bereits in Polen vertreten oder planen, in naher Zukunft dort Häuser zu errichten beziehungsweise zu übernehmen.

Die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft von derzeit rund einer Milliarde Mark hofft Polen bis zur Jahrtausendwende zu vervierfachen. Zur Zeit liegt die Zahl der jährlichen Gästeübernachtungen in Polen bei etwa 1,7 Millionen. An erster Stelle stehen dabei die Besucher aus Deutschland, gefolgt von Reisenden aus den skandinavischen Ländern und aus den USA.

Durchschnittlich verweilen die Besucher 6,5 Tage in Polen. Das Gros der Reisenden kommt als Besichtigungstouristen; etwa zwanzig Prozent sind sogenannte Heimattouristen, also Menschen, deren familiäre Wurzeln in Polen liegen.

Auch die Möglichkeit zum preisgünstigen Einkauf spielt als Reisemotiv eine große Rolle. Gut drei Viertel aller Polenbesucher bereisen das Land mit dem eigenen Auto; nur siebzehn Prozent kommen organisiert per Omnibus. Für. Tramper ist der Kauf eines Anhalterausweises Pflicht.

Eine Visumpflicht besteht für Polen seit dem 1. Januar vergangenen Jahres nicht mehr, entfallen ist auch der Zwang zum Geldwechsel.