Kennen Sie den?

Die Witze aus dreizehn Folgen der ARD-Serie „Gaudimax“ gibt es nun auch als Buch. Der Witz sei die „ureigenste Form menschlicher Kommunikation“, schreibt Moderator Gerd Rubenbauer darin in seinem Vorwort, „nur das Fernsehen hielt sich bisher schamhaft-dezent zurück.“

Das hat sich geändert. „Wohl wissend, daß die Chef intellektuellen unter den Kritikern die Nase rümpfen würden, entschlossen wir uns zur einfachsten Form der Fernsehunterhaltung.“ Wenn Sie „noch einmal über alle Witze aus unseren dreizehn ‚Gaudimax’-Folgen schmunzeln wollen – dann ist dieses Büchlein genau das richtige für Sie“, empfiehlt Rubenbauer.

Das Buch gliedert sich in originelle Kapitel: „Liebe und Ehe“ zum Beispiel, oder „Jagd“, „Medizin“, auch „Kinder“. Wir zitieren die Seite 116, komplett: „Der Postbote klingelt an der Tür. Der kleine Franz öffnet. ‚Wo ist denn dein Papa?‘ ‚Der ist im Schweinestall, gleich da hinten.‘ Der Postbote macht sich auf den Weg. Schreit ihm der kleine Franz nach: ‚Der mit dem roten Käppi ist es!‘“ Na, haben Sie gelacht? Oder doch ein Chefintellektueller? „Gaudimax“ gibt es im Heyne Verlag, München, 160 Seiten für acht Mark achtzig.

Auf der Junkie-Jagd

Bungee jumping, Free climbing, U-Bahn-Surfing, Crash cruising – der inflationäre US-Kulturimport, der ein gesteigertes Lebensgefühl verheißt, reißt nicht ab.

Die neueste Variante dieser Serie kommt freilich nicht aus Übersee, sondern aus Deutschland und heißt: „Junkie-Jogging“. Joggende Drogenabhängige? Eine absurde Vorstellung. Die Süddeutsche Zeitung klärt den verwirrten Leser auf: In dem Bericht „Junkie-Jogging findet jetzt hinter den Bauzäunen statt“ geht es um geplagte Anwohner, die – in Frankfurt, Hamburg, Berlin oder Zürich – die Schnauze voll haben von dem Drogenelend vor ihren Haustüren. Entschlossen schreiten sie – wie jüngst in Bremen – zur Tat. Dazu braucht’s nur drei Dinge: Hammer, Nagel und Bretter. Gärten, Häuser und Schulhöfe werden eingezäunt, um die Fixer aus dem Stadtteil zu vertreiben. „Die müssen sich dann neue Plätze suchen – ‚Junkie-Jogging‘ nennt man das inzwischen“, weiß das Blatt. „Junkie-Jogging“ kommt leichtfüßig-spielerisch daher und liegt zudem voll im Trend. Eine Wortschöpfung, die die private „Drogenbekämpfung nach dem St. Floriansprinzip“ in die Nähe eines neuen Freizeitsports rückt.